Karl Eisenlauer stellte 80 christliche Ikonen im Altenzentrum Hospital aus

Geschenke des Himmels

Besondere Stücke: Karl Eisenlauer präsentiert seine vier wertvollsten Exponate. Die rechte Ikone bildet „Christus, das goldene Schweigen“ ab und zeigt Jesus als Engel mit dem für das Judentum typischen sechszackigen Stern als Kopfbedeckung. Fotos: Rössing

Bad Hersfeld. 80 Ikonen fanden am vergangenen Wochenende ihren Weg nach Bad Hersfeld. Der Sammler und Händler von Antiquitäten und Ikonen, Karl Eisenlauer aus Autenried, stellte im Altenzentrum Hospital seine Exponate aus. Am Samstagnachmittag hielt Diakon a. D. Andrej Raabe aus Nürnberg einen Vortrag zum Thema. Im Anschluss und am Sonntag konnten die Exponate gesichtet und eigene Ikonen zur Begutachtung mitgebracht werden.

Bei den Ikonen handelt es sich um Kult- und Heiligenbilder der Ostkirchen, besonders der orthodoxen Kirchen, die biblische Szenen abbilden. Mündliche Begutachtungen bei den Ausstellungen sind kostenlos, schriftliche gegen ein Honorar zu erhalten. „Am Sonntag war eine Frau aus Bad Hersfeld hier und zeigte mir eine griechische Holzikone vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Sie freute sich, dass sie von mir Informationen darüber bekam.“ Auch zu Hause in Autenried bietet der Sammler seine Begutachtungen an: „Meine Frau Gabriele unterstützt mich dabei tatkräftig“.

Inspiration durch Bischof

„Inspiriert zu meiner Arbeit wurde ich durch das Ikonenmuseum in Autenried. Erzbischof Boris Rothemund brachte damals über 2000 Exponate aus allen russisch-orthodoxen Ländern mit, zum Beispiel aus Griechenland, Russland, Bulgarien und vielen mehr. Von ihm wurde ich aus erster fachkundiger Hand eingewiesen. Das war ein Geschenk des Himmels“, erinnert sich der Ikonen-Sammler.

Etwa 25-mal im Jahr stellt Karl Eisenlauer seine Stücke deutschlandweit und privat aus. „Überwiegend sind wir in christlichen Häusern oder in Volkshochschulen zu Gast“, berichtet er. Alle Ikonen stehen auch zum Verkauf. Dabei kann sich der Preis bei herkömmlichen Ikonen zwischen 1000 und 2500 Euro bewegen. Ikonen, die mit Lupenfeinmalerei angefertigt wurden, seien deutlich teurer und würden bei 3000 bis 5000 Euro liegen.

Drei Engel bei Abraham

„Besonders stolz bin ich auf die Kirchenikone der heiligen Dreifaltigkeit“, erklärt Eisenlauer. „Diese Ikone habe ich von einem Sammler aus Hannover erworben. Sie zeigt die drei Engel bei Abraham und Sara sitzen. Das Tuch im Vordergrund symbolisiert das Füßewaschen vor dem Essen.“ Diese Szene sei äußert selten auf Ikonen abgebildet und somit eine Rarität. Kirchenikonen sind im Gegensatz zu Hausikonen etwa fünf mal größer. Weiterhin hat Karl Eisenlauer unter anderem Festtagsikonen, die große kirchliche Feste, wie Maria Himmelfahrt zeigen, oder auch Staurothek-Ikonen, sogenannte Behälter-Ikonen. Jede alte Ikone ist einzigartig.

Von Sarah Rössing

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