Hoher Goldpreis lockt: Viele Menschen aus Landkreis verkaufen Schmuck

Geschäft mit Altgold steht hoch im Kurs

Hersfeld-Rotenburg. Bis zu zehnmal häufiger als noch vor einem Jahr bringen Menschen aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg jetzt Altgold zu den Juwelieren ihres Vertrauens. Grund dafür sei der anhaltend hohe Goldpreis von etwa 25 950 Euro pro Kilogramm Feingold (Stand: gestern), sind sich die heimischen Händler einig. „Dazu kommt, dass Goldschmuck in Deutschland out ist und bei vielen jahrelang in der Schatulle liegt“, sagt Goldschmiede-Meister Frank Metzger vom Juwelier Meyer & Sohn in Rotenburg.

Zu ihm werden alte Ringe, Ketten, Armbänder, Münzen und auch Zahngold gebracht - genauso wie zu den Hersfelder Juwelieren, die Gold ankaufen, darunter sind City-Juwelier (Breitenstraße), Juwelier Istanbul (Klausstraße) und City’s Schmuckgalerie (City Galerie). Auch andere nehmen Gold an, das ihnen ihre Kunden bringen, werben jedoch nicht damit. „Den Boom mit dem Altgold-Geschäft gibt es seit einem Jahr, und wenn der Goldpreis nicht abrupt abstürzt, bleibt es bestimmt noch ein halbes Jahr so“, sagt Sami Erdinc, Inhaber von City Juwelier. Dann sei jedoch der Markt langsam leer gekauft.

Als er sein Geschäft 1998 eröffnete, war ein Kilogramm Feingold knapp 7000 Euro wert, sagt er. Heute ist es das Dreieinhalbfache. Silber ist nur ein Vierzigstel des Goldpreises wert. Die Juweliere schmelzen das Altgold zum Teil selbst ein, bevor sie es zur Scheideanstalt schicken. Dort wird aus den verschiedenen Goldlegierungen gegen Gebühren das Feingold gewonnen. Das wird in Goldbarrenform an die Börse verkauft und wieder in Umlauf gebracht.

„Jetzt kommen zehnmal so viele Leute wie vor einem Jahr“, sagt Metzger aus Rotenburg. Die Juweliere in Hersfeld sprechen von doppelt bis dreifach so vielen Kunden. Im Gegensatz zu Schmuckverkäufern, seien die Käufer zurückhaltender geworden, denn durch den hohen Goldpreis sei auch der verarbeitete Schmuck teurer.

Von Judith Strecker

Kommentare