Trendergebnis aus Bad Hersfeld: Rot/Grün wäre möglich – NBL unter den Erwartungen

Gerupfte SPD bleibt stärkste Kraft

Bunt gemischt: Kurz nach 18 Uhr machte sich der Wahlvorstand auf dem Johannesberg in Bad Hersfeld ans Auszählen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. In der neuen Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung bleibt die SPD trotz Verlusten von um die neun Prozent die stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten hätten in einem Bündnis mit den überraschend erfolgreichen Bündnisgrünen eine Mehrheit von 24 der 45 Sitze.

Das ergab gestern das belastbare Trendergebnis der Kommunalwahl für die Kreisstadt. Nach Auszählung der vom Wähler unveränderten Stimmzettel kam die SPD auf 39,5 Prozent der Stimmen (18 Sitze) und die Grünen auf 12,5 Prozent (6 Sitze). Der bisherige SPD-Fraktionschef Bernd Wennemuth erklärte deshalb den „Versuch, uns auszuhebeln“ für gescheitert.

Großer Verlierer des Wahlabends war die CDU, die bei mehr als 15 Prozent Verlust nur noch auf 20,3 Prozent der Stimmen und 9 Sitze kam. „Wir haben unser Wahlziel, die Mehrheit der SPD zu brechen, nicht erreicht“, erklärte Gunter Grimm, der die Fraktion im alten Parlament führte. Ein unerwarteter weiterer Verlierer war die Fraktionsgemeinschaft um Hans-Jürgen Schülbe: 2,8 Prozent reichen voraussichtlich nur für einen Sitz. „Das ist weit hinter unseren Erwartungen,“ sagte Schülbes Mitstreiter Werner Zuschlag.

Unter dem selbst gesteckten Ziel blieb mit 8 Prozent und vier Sitzen die Neue Bürgerliste NBL. Deren Vertreter Wolrad Marc gestand: „15 Prozent wären unser Wunsch gewesen.“ Man hoffe nun auf zusätzliche Stimmen durch die Auszählung der Wahlzettel, bei denen kumuliert und panaschiert wurde.

„Wir können zufrieden sein“, sagte Bernd Böhle, Spitzenkandidat der FDP, die mit Hinweis auf „die Partei des Bürgermeisters“ 11 Prozent eingeheimst hatte. Das reicht voraussichtlich für fünf Sitze.

Die FWG (3,2 Prozent) wird nach dem Trend mit einem Sitz vertreten sein, genauso wie Die Linke (2,7 Prozent) als Neuling im Parlament.

Erfahrungsgemäß ist das Trendergebnis aussagekräftig. Veränderungen um zwei, drei Prozentpunkte sind jedoch möglich. Normalerweise profitieren dann die „Kleinen“.

Von Karl Schönholtz

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