Wochenendportrait: Irene Petri hat 41 Jahre lang Notdienst-Helferinnen koordiniert

Gerne für Menschen da

Irene Petri hat 41 Jahre lang die Helferinnen für die Notdienstzentrale koordiniert. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Den Heiligen Abend hat Irene Petri ganz oft in der Notdienstzentrale verbracht. Nicht etwa, weil sie krank war, sondern weil sie dort am Telefon die Anrufe der Patienten entgegengenommen und den Einsatz der diensthabenden Ärzte koordiniert hat. „Mein Mann und ich haben keine Kinder, da habe ich diesen Dienst eben übernommen“, meint Petri ganz pragmatisch.

Sie war es auch, die als erste am Telefon saß, als im Jahr 1973 der gemeinsame Notdienst der Haus- und Kinderärzte im Altkreis Hersfeld eingerichtet wurde. Seitdem hat sie nicht nur regelmäßig selbst Dienste übernommen, sondern all die Jahre die Helferinnen koordiniert. Sie hat dafür gesorgt, dass das nötige medizinische Material in der Notdienstzentrale vorhanden war und ist im Zweifelsfall selbst eingesprungen, wenn eine der Helferinnen plötzlich ausfiel.

Ausgeholfen, wenn möglich

Irene Petri kennt ihre zuletzt 14 bis 16 Kolleginnen seit vielen Jahren und weiß genau, wer wann arbeiten kann und wann es eben nicht geht. Auch wenn eine mal etwas später kommen musste, zum Beispiel weil das eigene Kind krank war und versorgt werden musste, hat Petri ausgeholfen, wenn es möglich war.

Die Arzthelferin erinnert sich noch gut an den ersten Raum, der für den Telefondienst zur Verfügung stand. Da damals der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Strohmeyer, der Initiator eines gemeinsamen ärztlichen Notdienstes war, sorgte er auch dafür, dass die Telefonzentrale im Gesundheitsamt eingerichtet wurde. Dort gab es einen Schreibtisch mit Telefon und eine Liege für die Helferinnen, die nur am Wochenende arbeiten mussten. „Das war manchmal schon etwas unheimlich in dem großen, dunklen Gesundheitsamt“, erinnert sich Petri.

Als die Leitung des Gesundheitsamtes wechselte, musste auch der Notdienst umziehen, und zwar in Räume über einer Arztpraxis im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft.

Viele Jahre lang, so erinnert sich Petri, habe es nur einen Telefondienst für die Helferinnen gegeben. Die Patienten wurden in die Praxis des diensthabenden Arztes bestellt oder der Arzt fuhr zu Hausbesuchen, wenn die Patienten nicht selbst kommen konnten. Das erwies sich jedoch als schwierig, wenn junge Krankenhausärzte die Bereitschaft übernahmen, die nicht über eine Praxis verfügten. Deshalb entstand die Idee, eine Zentrale mit Praxisräumen einzurichten, die im November Am Markt 18 entstand. Dort sind noch bis zum Ende dieses Jahres die diensthabenden Ärzte abends und am Wochenende zu festen Sprechzeiten zu erreichen. Wohin die Zentrale, deren Telefonbereitschaft seit Beginn des Monats zentral über Kassel läuft, dann ziehen wird sei, so Petri, noch nicht ganz geklärt.

Irene Petri wird dann nicht mehr dabei sein. Anfang April wurde sie in den Ruhestand verabschiedet. Ein bisschen Wehmut empfindet sie schon, wenn sie auf die alten Dienstpläne blickt. „Die habe ich all die 41 Jahre eingeteilt, jeden einzelnen“, sagt sie.

Von Christine Zacharias

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