Machbarkeitsstudie: Nur Silomais geht nicht in der Region

Geplante Biogasanlage nicht wirtschaftlich

Bebra. Die in Bebra geplante Biogasanlage ist unter den derzeitigen Bedingungen nicht wirtschaftlich zu führen. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die im Auftrag der Stadtwerke Bebra und der E.ON-Mitte Wärme GmbH erstellt worden ist. Nach dem jetzigen Sachstand könne über den Bau einer solchen Anlage in Bebra nicht abschließend entschieden werden. Eine verlässliche Beurteilung der Wirtschaftlichkeit sei erst nach der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) möglich. In der vom Geschäftsführer der Stadtwerke, Herbert Höttl, unterzeichneten Zusammenfassung der Machbarkeitsstudie heißt es, weitere Planungs- und Entscheidungsschritte würden deshalb vorerst zurückgestellt.

Wegen der begrenzten Anbaufläche für Silomais bestehe die Notwendigkeit, auf Früchte zurückzugreifen, die auch bisher angebaut wurden, heißt es in dem Auszug der Studie. Obwohl dies am wirtschaftlichsten wäre, sei der „Anbau von nahezu ausschließlich Silomais in der Region nicht umsetzbar“. Die Landwirte könnten nur dauerhaft für den Anbau der erforderlichen Biomasse gewonnen werden, wenn dies wirtschaftlich vorteilhaft wäre.

Die Machbarkeitsstudie liegt den Fraktionen nur in einer Zusammenfassung vor. Den Auftraggebern wurde sie schon am 9. Mai vorgestellt.

Die „Initiative Biogas, aber bitte mit Augenmaß“ kritisiert, dass die Studie nur in Kurzform und nur den Fraktionen zur Verfügung gestellt wurde. Willi Steinmetz spricht von Geheimniskrämerei, da die Studie auch während der jüngsten Parlamentssitzung nicht zur Sprache gekommen ist. Man befürchtet, dass die Biogasanlage nach einer Neufassung des EEG zum Januar 2012 wieder auf den Tisch kommt. Herbert Höttl erklärte, die Initiative verbreite Unwahrheiten. Jeder habe die Möglichkeit, die Studie einzusehen. Eine Mais-Monokultur sei nicht geplant. SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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