Geordnetes Chaos: Von der Gutenbergstraße in die Innenstadt

HZ-Umzug bei laufendem Betrieb

Umzug mit Aussicht: Mit dem Lastenaufzug bugsieren die Mitarbeiter der Spedition Dröder Büromöbel und Umzugskartons in den zweiten Stock des neuen HZ-Verlagshauses. Fotos: Eisenberg

Bad Hersfeld. Der Kleintransporter muss weg. Denn gleich kommt der Möbelwagen. Und der braucht Platz. Am Montagmorgen gleicht die Szenerie rund um das neue Verlagshaus der Hersfelder Zeitung einem Ameisenhaufen:

Draußen sorgen Bauarbeiter und Reinigungskräfte noch für den letzten Feinschliff, drinnen nehmen die HZ-Mitarbeiter ihre neuen Arbeitsplätze in Beschlag. Beziehungsweise das, was davon schon da ist. Ein großer Teil der Einrichtung ist neu, Akten, Möbel und Archivbände befinden sich aber noch verpackt in der Gutenbergstraße. Dass all das am Bestimmungsort ankommt, dafür sorgen fünf Männer, ein Lastwagen und zwei Lastenaufzüge der Spedition Dröder. Drei Frauen lenken das scheinbare Chaos in geregelte Bahnen: Die Verlagsmitarbeiterinnen Ilse Schüler und Stephanie Richter nehmen die nach Etagen gekennzeichneten Kartons in Empfang und weisen den Trägern den Weg in den richtigen Raum. Während sich am Benno-Schilde-Platz die Räume füllen, herrscht an der Gutenbergstraße Endzeitstimmung. In den kahlen Räumen stapeln sich die Umzugskartons.

HZ-Anzeigenleiterin und Umzugsbeauftragte Sandra Trausch-Dalitz wacht hier darüber, was als erstes auf die Reise geht. „Zuerst wird alles eingeladen, was für funktionierende Arbeitsplätze gebraucht wird“, sagt sie. Dazu gehören auch die Schreibtische für die Vertriebsabteilung. Bis die da sind, ist für die Vertriebler im Besprechungsraum ein Notquartier eingerichtet. Zu allem Überfluss hat sich ausgerechnet heute ein wichtiger Austräger krank gemeldet.

Während die Vertretung schon unterwegs ist, rufen schon die ersten Leser an, die auf ihre Zeitung warten. „Ich erreiche das Ordnungsamt nicht, die Poller müssen weg, damit der Lastwagen bei der nächsten Fuhre vor das Gebäude fahren kann.“ - bei Stephanie Richter und Ilse Schüler steht heute das Telefon kaum still. Dafür aber in der Redaktion. Anrufen mit der neuen Telefonanlage geht, angerufen werden aber nicht - der Telekom-Servicetechniker kümmert sich drum. Mindestens genauso gefragt sind an diesem Tag auch EDV-Mann Matthias Fey und seine Mitarbeiter von der Firma AEM.

Am Sonntagabend, nachdem die Montagsausgabe produziert war, haben sie die Technik abgebaut und mit der Montage im neuen Haus begonnen. Jetzt müssen sie sich sputen. Denn Umzug hin oder her - die Abteilungen müssen an der HZ für den kommenden Tag arbeiten.

Während am Nachmittag Kartons und Schreibtischstühle per Aufzug die Außenfassade emporschweben und HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm mit den Architekten einen Kontrollrunde durch das Gebäude macht, haut die Redaktion zwischen wuselnden Technikern in die Tasten. Am frühen Abend machen die Spediteure Feierabend. Das Wichtigste ist drüben, der Rest folgt morgen. Auch die Dienstagszeitung strebt der Vollendung entgegen. Sie wird trotz Umzugsstress erscheinen - hoffentlich pünktlich.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Die Hersfelder Zeitung zieht um

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