Michael Rudolph: Alle Jugendlichen haben Chance verdient

Genug Lehrstellen da: jetzt ran ans Bewerben

Hersfeld-Rotenburg. Insgesamt 727 Jugendliche aus dem Landkreis haben sich bei der Arbeitsagentur gemeldet, weil sie im Sommer eine Lehrstelle antreten möchten. 342 von ihnen haben noch nichts gefunden. Doch laut Melanie Bonacker von der Arbeitsagentur haben die jungen Leute gute Chancen, eine passende Ausbildungstelle zu bekommen. Grund: In einigen Branchen gibt es im Gegensatz zu den vergangenen Jahren mehr Stellen als Bewerber.

Trotz der Wirtschaftskrise entwickele sich die Lage auf dem heimischen Ausbildungsmarkt erfreulich, teilt Matthias Oppel, Chef der Arbeitsagentur, mit. „Niemand kann genau sagen, wann sich dieser Trend wieder umkehrt“, sagte Oppel. Momentan hat sich die Zahl der Ausbildungsstellen in Hersfeld-Rotenburg seit 2006 geringfügig erhöht. Die Kluft zwischen Bewerbern und Stellen hat sich aber vor allem deshalb geschlossen, weil sich weniger Jugendliche bewerben.

Noch Stellen in der Fertigung

In zahlreichen Berufsfeldern werden laut Oppel Nachwuchskräfte händeringend gesucht. So sind jetzt vor allem noch Stellen in den Fertigungs- und Dienstleistungsberufen offen, obwohl Bewerbungsverfahren noch laufen. Das sind auch genau die Berufe, für die sich die Jugendlichen im Kreis aktuell am meisten interessieren. Wenn bestimmte Arbeitgeber trotzdem keine Jugendlichen finden, die in ihr Anforderungsprofil passen, habe das nicht immer nur mit der Eignung der Bewerber zu tun, sagt Michael Rudolph, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nordhessen: „In der Logistikbranche zum Beispiel sind die Arbeitszeiten und die Verdienstmöglichkeiten nach der Ausbildung nicht in allen Firmen besonders gut. Das wissen die Jugendlichen.“

Davon abgesehen könne auch nicht jeder Arbeitgeber „die Besten mit einer eins in Mathe“ bekommen. „Die anderen haben auch eine Chance verdient“, sagt Rudolph.“ Zum Tage, SEite 2

Von Judith Strecker

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