VR-Bank Werra-Meißner sucht Partner – Hersfeld-Rotenburg auch allein gut aufgestellt

Gemeinsame Bank hat Vorteile

Eschwege/Bad Hersfeld. An der Fusion der VR-Bank Werra-Meißner mit einem anderen Geldinstitut führt nach Einschätzung der Vorstände Stefan Fross und Uwe Linnenkohl mittelfristig kein Weg vorbei. „Um am Markt bestehen zu können, werden Regionalbanken in Zukunft eine Bilanzsumme von zweieinhalb bis drei Milliarden Euro haben müssen“, sagt Fross.

Fusion mit Nachbarn?

Die VR-Bank Werra-Meißner liegt mit ihrer Bilanzsumme bei rund einer Milliarde Euro. Im vergangenen Jahr hatten Fusionsverhandlungen mit der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg nicht zu einem Zusammenschluss der beiden Unternehmen geführt. „Wir haben die Gespräche unterbrochen“, erklärt Linnenkohl.

Die Verhandlungspause bedeute aber nicht das endgültige Aus für die Fusionsbemühungen der beiden Genossenschaftsbanken. Linnenkohl: „Wir haben nach wie vor Kontakt, arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen zusammen und tauschen uns regelmäßig aus.“ Abweichungen in der Philosophie bezüglich der Unternehmenssteuerung seien deutlich geworden. Die Unterschiede hätten in der knappen Zeit nicht ausgeräumt werden können. Die VR-Bank Hersfeld-Rotenburg, die aktuell eine Bilanzsumme von knapp 600 Millionen Euro ausweist, ist weiter ein heißer Kandidat für einen Zusammenschluss. Mehrere kleinere genossenschaftliche Institute in der Region kämmen für eine Angliederung ebenso in Frage.

Gespräch in guten Zeiten

Mehr zukunftsorientiert sehen das die Vorstandsmitglieder der VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg, Thomas Balk und Roland Tries. Bewusst habe man bereits vor einem Jahr die Initiative ergriffen und in gemeinsamen „guten Zeiten“ Gespräche mit den Vorstandskollegen der VR-Bank Werra-Meissner begonnen. Ziel war und sei es heute noch, durch die Bildung einer großen genossenschaftlichen Regionalbank in unserer Region die heutige Leistungsfähigkeit dauerhaft zu erhalten, so Balk weiter. Die Vorteile einer gemeinsamen VR-Bank seien unbestritten.

Allerdings sei die heutige VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg so gut aufgestellt, dass sie auch ohne Fusionen in der planbaren Zukunft erfolgreich im Wettbewerb bestehen könne. Die Option einer Fusion über die Landesgrenze nach Thüringen spiele keine Rolle in den Plänen der hiesigen VR-Bank, erklärt Tries. (hs/kai)

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