Neues Netzwerk will künftig Alleinerziehende im Landkreis besser unterstützen

Gemeinsam Türen öffnen

Haben ein Netzwerk geknüpft: Jutta Preiß-Völker von der Diakonie, der Obersuhler Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken, Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, Gerhard Ruch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld, Christof Dahl von der Diakonie, Projektkoordinatorin Maren Colten und ihre Assistentin Tanja Gonzalez Contreras. Foto: Rissmann

Bad Hersfeld. „Manche Türen sind schon auf, manche noch fest verschlossen, andere müssen erst noch geplant werden.“ Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken aus Obersuhl brachte es bei der Auftaktveranstaltung für das neue Netzwerk „Offene Türen für Alleinerziehende“ auf den Punkt. Denn gerade Single-Eltern stehen auf dem Arbeitsmarkt allzu oft vor verschlossenen Türen. Problematisch wird es beispielsweise, wenn lange Arbeitszeiten mit Halbtags-Kindergartenplätzen kollidieren.

„Arbeitszeit plus Umweg über den Kindergarten, da können schnell mal sechs bis zehn Stunden benötigter Betreuungszeit zusammenkommen“, sagt Schmidt-Wecken. Doch an solchen und anderen Vermittlungshemmnissen hapert es oft und so haben es Single-Eltern auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer – vor allem wenn keine unterstützende Familie in der Nähe ist. Ziel des neuen Netzwerkes ist es deshalb, diese Hemmnisse abzubauen und Alleinerziehende aus ihrer gesellschaftlichen Randposition zu holen. „Wird die besondere Situation von Alleinerziehenden berücksichtigt? Das müssen wir überprüfen“, sagt Schmidt-Wecken.

„Arbeitszeit plus Umweg über den Kindergarten, da können schnell mal sechs bis zehn Stunden benötigter Betreuungszeit zusammenkommen“

Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken

Künftig soll es nun leichter werden: Die Netzwerkpartner wollen eine individuelle Beratung für betroffene Eltern anbieten, durch bessere Absprachen der Kitas sollen Versorgungslücken in der Ganztagsbetreuung geschlossen werden, Betriebe sollen über allleinerziehenden-freundliche Arbeitsplätze aufgeklärt werden, und es soll eine Selbsthilfeinitiative für den Kontakt zwischen den Eltern angeregt werden. „Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen ist eine Notwendigkeit, da man es sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht leisten kann, Potential zu vergeuden“, sagt der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling.

Kooperationspartner des Netzwerkes sind der Landkreis Hersfeld-Rotenburg als örtlicher Träger der Jugendhilfe und des Frauenbüros, die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld, die Stadt Bad Hersfeld als kommunaler Träger von Kindertagesstätten und dem Mehrgenerationenhaus, sowie der Evangelische Kirchenkreis Rotenburg als Vertreter der Kitas in freier Trägerschaft. Die Schirmherrschaft für das Netzwerk hat der Zweckverband Diakonie übernommen.

Um die Netzwerksarbeit effektiv zu gestalten wurden zwei neue Stellen geschaffen: Maren Colten wird als Projektkoordinatorin die Fäden in der Hand halten und die regelmäßigen Netzwerktreffen organisieren. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Assistentin Tanja Gonzalez Contreras. Ihr Ziel ist es nun erst einmal das Netzwerk aufzubauen. Gefördert wird das Projekt für zwei Jahre. „Wir hoffen aber, dass es sich langfristig etabliert“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz.

Von Diana Rissmann

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