Abschließendes Treffen der Gruppen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO)

Gemeinsam Strategie entwickeln

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Technische Infrastruktur“ legen symbolisch Hand an die Stellschrauben der Versorgungsleitungen. Foto: nh

hersfeld-rotenburg. „Wie kann das Leben künftig in ländlichen Gebieten trotz abnehmender Einwohnerzahlen organisiert und lebenswert erhalten werden?“ Das ist eine der zentralen Fragen für unsere Region. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde als eine von bundesweit 21 Modellregionen für die Teilnahme am Aktionsprogramm des Bundes „Modellvorhaben der Raumordnung (MORO)“ ausgesucht und wird entsprechend gefördert. Das Nachdenken über die Gestaltung der Zukunft in der Region angesichts des demographischen Wandels ist ein fortlaufender Prozess, der in der Region seit anderthalb Jahren läuft. Zahlreiche Experten und Bürger beteiligen sich aktiv, um gemeinsam eine Strategie zu entwickeln.

In bereits vier Treffen der Arbeitsgruppen „Schule - Bildung“, „Ärztliche Versorgung“ „Technische Infrastruktur“, „Innenentwicklung“, und „Senioren“ haben die äußerst engagierten Teilnehmer zahlreiche Ideen und Vorschläge diskutiert, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt. Dabei geht es um wichtige Fragen, etwa um die Sicherung von Grundschulen durch Zusammenlegung von Klassen und neue pädagogische Ausrichtungen, die künftige Bezahlbarkeit von Ver- und Entsorgung, die Sicherstellung einer guten medizinischen Versorgung auf dem Lande, die möglichst lang andauernde eigenständige Lebensführung der älteren Bevölkerung mit neuen Ideen, veränderte Wohnformen für Senioren und die Umnutzung leer stehender Gebäude unter dem Vorsatz „lebenswerte Dörfer und Städte mit lebendigen Kernen“ oder die Frage der Mobilität in den kleinen Dörfern. „Die Antworten auf diese Fragen sind entscheidend für die künftige Entwicklung der Region“, so der Appell von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Er würdigte die hervorragende Zusammenarbeit der Beteiligten in den Arbeitsgruppen und die vielen guten Ideen, die bereits entwickelt wurden. Die abschließenden Tagungen der fünf Arbeitsgruppen beginnen in den kommenden Tagen. Danach, so der Fahrplan im Landratsamt, werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zu kompakten Papieren weiterentwickelt, die dann in einer Gesamtkonferenz am 30. August als Konzept für die Region präsentiert werden sollen.

Mitmachen ist noch möglich

Wer sich über die Regionalstrategie informieren und mit Vorschlägen zu dem Konzept noch beitragen möchte, kann dies gerne tun. Für Ideen und Anregungen hat der Landkreis auf seiner Internetseite www.hef-rof.de, Rubrik Demographie, Thema „Regionale Daseinsvorsorge“ ein Kontaktformular eingestellt. Dort ist auch eine Zusammenfassung zur Bürgerwerkstatt eingestellt. Auch eine Beteiligung am Wettbewerb „Hier will ich sein - Hier werd’ ich alt!“ zum Thema „Wohnformen für ältere Menschen“ ist bis Ende Mai noch möglich. 25 000 Euro sind als Preisgeld ausgelobt.

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