Schüler mit Behinderungen können nicht jede Schule besuchen

Gemeinsam lernen: Voraussetzungen fehlen

Hersfeld-Rotenburg. Das Ziel ist klar: Kinder mit Behinderungen sollen gemeinsam mit anderen Kindern an Regelschulen unterrichtet werden. Und das ab Schuljahr 2011/2012. Das entsprechende Gesetz wurde in der vergangenen Woche im Landtag vorgestellt, im Kreis bereitet man sich auf einen langwierigen Prozess vor.

Das Stichwort heißt Inklusion. Danach sollen die Schulen den Bedürfnissen der Schülergesamtheit entsprechen. Kein Kind darf ausgesondert werden. Beim Staatlichen Schulamt in Bebra befasst man sich seit einigen Monaten mit dem Thema, es gab bereits eine Schulleiterdienstversammlung dazu, erklärte Amtsleiterin Anita Hofmann. Die Zeit drängt: Erst für Mai rechnet man mit den entsprechenden Verordnungen der Landesregierung, Schuljahresbeginn ist aber schon im August.

Bisher gibt es nach Angaben von Hofmann noch keine Bemühungen von Eltern, ihre Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen in Regelschulen aufnehmen zu lassen. Derzeit laufen Überprüfungsverfahren für künftige Erstklässler. Erst wenn Eltern die Ergebnisse haben, werden sie vermutlich eine Aussage zur künftigen Schullaufbahn machen.

Hier gibt es die erste Änderung: Nur wenn das Kind in eine Förderschule soll, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Ansonsten würde es automatisch in der Grundschule eingeschult. Allerdings, so schränkt Anita Hofmann ein, die sächlichen, personellen und räumlichen Voraussetzungen müssen in der zuständigen Grundschule vorhanden sein. Das Schulamt urteilt darüber.

Beim Schulträger, dem Landkreis, sieht man das Thema Inklusion mit Skepsis. Nicht alle Schulen sind behindertengerecht ausgebaut, es fehlt an Zeit und Geld, dies bis zum Schuljahresbeginn zu leisten, erklärte Pressesprecher Michael Adam.

 Hintergrund

 Seite 2

Von Silke Schäfer-Marg

Kommentare