An der Gesamtschule ist Veränderung Programm

40 Jahre Geistalschule: Gemeinsam lernen

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Weitläufige Anlage: Die Gesamtschule Geistal wurde im Laufe der Jahre nicht nur inhaltlich erneuert und verändert, sondern auch baulich. Der Förderstufentrakt (oben) ist inzwischen komplett erneuert und die Schule um ein Musik- und Aulagebäude erweitert, das nicht mehr auf dem Bild zu sehen ist.

Bad Hersfeld. Schule ist ein lebendiger Organismus, ständig der Veränderung unterworfen. Das gilt ganz besonders auch für die Gesamtschule Geistal, die am Wochenende ihren 40. Geburtstag mit einem großen Schulfest gefeiert hat.

Am 1. August 1976 wurde die Gesamtschule in den Räumen der bisherigen Luisenschule eingerichtet. Diese war einige Jahre zuvor aus dem Stadtzentrum in einen Neubau ins Geistal gezogen. Die Klassen mussten zunächst teilweise in der Linggschule und in der Nordschule unterrichtet werden. 1979 wurden 1923 Schülerinnen und Schüler sowie 96 Lehrkräfte gezählt.

Das Zusammenwachsen verschiedener Schulzweige zu einer Gesamtschule war ein schwieriger und langwieriger Prozess, erinnern sich ehemalige Lehrer. Groß waren die gegenseitigen Vorbehalte zwischen Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrkräften.

Doch die Aufgabe gelang. Die Schule entwickelte ihre eigene Identität. Dazu gehörte immer auch Offenheit für Innovationen. Die Geistalschule führte als erste den Tag der offenen Tür ein, um zukünftige Schüler und deren Eltern zu informieren. Sie wird 1987 Standort für den Unterricht für Aussiedlerkinder, so wie sie heute einen Schwerpunkt hat mit den Deutsch-Intensivklassen für Flüchtlinge.

Pädagogische Tage dienen schon sehr früh dazu, sich über Unterrichtsformen und pädagogische Konzepte auszutauschen und weiterzubilden. „Es ist wichtig, über Unterricht zu reden und darüber, was guter Unterricht ist“, sagt Schulleiterin Andrea Zimmermann, die die Schule seit 2012 leitet.

Kreativität gefragt: Während der Projektwoche zur Vorbereitung des Schulfestes wurden die Kinder vom Deko-Team Jung unterstützt. Foto: Jung

2002 wurden, dem allgemeinen Trend folgend, neben den Förderstufenklassen gymnasiale Eingangsklassen eingerichtet. Doch dieses Konzept überzeugte nicht. Deshalb entschloss sich die Schulgemeinde im Sommer 2006 zur Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule, in der alle Kinder bis zur achten Klasse gemeinsam unterrichtet und dann erst in Zweige aufgeteilt werden. Ob das so bleiben soll, wird derzeit diskutiert.

Großen Wert hat die Geistalschule schon immer darauf gelegt, sich nach außen zu öffnen. Sie kooperiert mit Firmen und den Altenpflegezentren Hospital und Curanum, sie hat sich von Anfang an am Projekt „Bad Hersfeld liest ein Buch“ beteiligt, engagierte Lehrkräfte ermöglichen den Schülern Gespräche mit Zeitzeugen des Nationalsozialismus oder der deutsch-deutschen Teilung. Im Schulgarten können Kinder nicht nur Obst und Gemüse anbauen, sondern auch einen Hühnerstall betreuen. Und das tun sie, so freut sich Zimmermann, auch in den Ferien.

Besondere Angebote gibt es in der Geistalschule sowohl für Hochbegabte als auch für sportlich Interessierte. Die Schule ist eine von zwei hessischen Standortschulen für das Sinus-Projekt zur Weiterentwicklung des naturwissenschaftlichen Unterrichts und kümmert sich mit Assessment-Centern und Job-Coach intensiv um die berufliche Orientierung ihrer Schüler.

Von Christine Zacharias

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