Freundeskreis Bad Hersfeld will aus Anonymität heraus – Spenden werden benötigt

Gemeinsam gegen die Sucht

Will den Freundeskreis Bad Hersfeld bekannter machen: Der neue 1. Vorsitzende Thorsten Duggen. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Seit fast 40 Jahren gibt es ihn schon, den Freundeskreis Bad Hersfeld, doch bekannt ist der Verein für Suchthilfe nur wenigen. Das soll sich ändern, sagt der neue 1. Vorsitzende Thorsten Duggen. „Wir wollen als Verein aus der Anonymität heraus, unsere Gruppen und Mitglieder bleiben natürlich geschützt“, so Duggen, der selbst 2012 wegen seiner Alkoholsucht zum Freundeskreis stieß und nun etwas zurückgeben möchte.

Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit hofft Duggen auch, neue Spender und Sponsoren zu finden und so die klamme Vereinskasse aufzubessern. Denn das sei dringend nötig.

1978 wurde der Freundeskreis Bad Hersfeld gegründet und in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen. Wegen der ausschließlich ehrenamtlichen Tätigkeit wurde dem Verein vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Nachdem der Freundeskreis zunächst an verschiedenen Standorten in Bad Hersfeld Räume anmieten musste, entschloss man sich Mitte der 90er-Jahre schließlich, ein eigenes Vereinsheim zu bauen.

Inzwischen ist die mit viel Eigenleistung erbaute und 1998 bezogene Hütte auf einem städtischen Grundstück „Vorm Laufholz“ aber in die Jahre gekommen und muss dringend auf Vordermann gebracht werden. „Das Dach muss gemacht werden, die Heizung ist defekt und ein neuer Anstrich wäre auch nötig“, so Duggen. Das Gelände wird dem Verein gegen eine jährliche Erbpacht zur Verfügung gestellt, die Hütte selbst sei seit Januar 2014 schuldenfrei. Für die notwendigen Arbeiten rechnet der Verein mit rund 20 000 Euro.

Etwa 75 Mitglieder hat der Freundeskreis aktuell, die Beiträge der zahlenden Mitglieder decken laut Duggen allerdings gerade mal 15 Prozent der Kosten. Über die Runden kommt der Verein dank diverser Zuschüsse, doch auch die öffentliche Unterstützung werde weniger. Die ehrenamtlichen Suchthelfer wollen Alkohol- und Medikamentenabhängigen, aber auch Spielsüchtigen einen Weg aus ihrer Sucht aufzeigen und ihnen helfen, dauerhaft „clean“ zu bleiben. „Sucht ist erstmal Sucht“, erläutert der erste Vorsitzende. Um ihr Problem in den Griff zu bekommen und nicht rückfällig zu werden, müssten Betroffene allerdings dauerhaft „dranbleiben“. Selbsthilfegruppen könnten dabei helfen.

Eigene Homepage

Der Freundeskreis bietet verschiedene Gruppen an, es sind aber auch Einzelberatungen möglich. Angehörige von Suchtkranken können sich ebenfalls an den Verein wenden. Über sich und seine Angebote informiert der Verein seit kurzem auch auf einer eigenen Homepage. „Wir brauchen frische Ideen“, ist Thorsten Duggen überzeugt, der davon noch so einige im Kopf hat.

Kontakt zum Freundeskreis und weitere Informationen: Thorsten Duggen, Telefon 0162/5346401, E-Mail t.duggen@aol.de, Online: http://freundeskreisbadhersfeld.jimdo.com/wir-über-uns/

Von Nadine Maaz

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