Türkisch-islamische Gemeinde und Europaminister Roth organisieren Fest zum Ramadan

Gemeinsam fastenbrechen

Gemeinsam feiern und verstehen: Muslime und Christen planen eine gemeinsame Feier zum Fastenbrechen in der Bad Hersfelder Moschee in der Dudenstraße. Unser Bild zeigt von links: Ayan Altinbas, Pfarrer Frank Nico Jaeger, Europaminister Michael Roth, Imam Celac Dogan, den Vorsitzenden der türkisch-islamischen Gemeinde Coram Hüseyin und Mehmet Ali Mercmek. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Ein Zeichen der Verständigung und des Austauschs über Religionsgrenzen hinweg möchte Michael Roth, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Bad Hersfeld und Staatsminister im Auswärtigen Amt, setzen. Deshalb regte er eine gemeinsame Feier des Fastenbrechens im Ramadan in der türkisch-muslimischen Gemeinde in Bad Hersfeld an.

Entstanden sei die Idee in Berlin bei einem Gespräch mit der Integrationsbeauftragten Staatsministerin Aydan Özoguz, erläuterte Roth. Daraus entstand der Plan, eine große Veranstaltung zum Ende des Ramadan für Muslime, Christen und Juden in Berlin zu organisieren. „Das müsste doch in Bad Hersfeld auch möglich sein“, dachte sich Roth, der nicht nur aktiver evangelischer Christ ist, sondern auch gute Kontakte zur türkisch-islamischen Gemeinde hat.

Fest findet am 3. Juli statt

Dort rannte er offene Türen ein. Seit Jahren schon lädt die Gemeinde immer wieder zum Fastenbrechen im Ramadan ein. Das nun als öffentliche Veranstaltung zu organisieren wolle die Gemeinde gerne übernehmen, meinte deren Vorsitzender Coram Hüseyin. Aus Termingründen wird dieses Fest jedoch nicht zum Ende des Ramadan stattfinden, sondern am 3. Juli ab 21 Uhr. Während des Fastenmonats Ramadan essen und trinken gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht. Deshalb darf an diesem Abend auch erst ab 21.45 Uhr gegessen werden.

Der Ramadan sei eine Zeit des Fastens, der Einkehr, aber auch der Begegnung und des Gesprächs, erläuterte Roth. Er sei damit der christlichen Fastentradition durchaus nicht fremd, ergänzte Frank Nico Jaeger, Pfarrer der evangelischen Stadtkirchengemeinde Bad Hersfeld. Auch dessen Interesse ist es, durch Kennenlernen, Gespräche und Austausch Mauern zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens zu überwinden.

Alle sind eingeladen

Eingeladen zu der Veranstaltung sind neben den evangelischen Christen auch Katholiken und Angehörige anderer Religionen, betonte Ayan Altinbas. „Wenn ich faste, lebe ich geistig in einer anderen Dimension“, erklärte er, wie er es schaffe, 17 Stunden lang weder zu essen, noch zu trinken. Wenn der Sommer kühl sei, so wie zurzeit, falle es zudem leichter, auf Getränke zu verzichten. Auch Yalcin Solak ist überzeugt, dass es beim Fasten vor allem auf die innere Haltung ankommt. „Wenn man fasten will, dann geht das auch“, betonte er. Für schwangere Frauen, Kinder und Menschen mit gesundheitlichen Problemen werden die Fastenregeln übrigens gelockert.

Für den 3. Juli hoffen Christen und Muslime nun auf gutes Wetter, damit das Fastenbrechen im Hof der Moschee stattfinden kann. Seit Jahren schon sucht die türkisch-islamische Gemeinde nach einem neuen Haus oder einem Grundstück (unsere Zeitung berichtete). „Platz zum Beten haben wir“, meint Ayan Altinbas, „aber wir brauchen mehr Sozialräume, wo wir uns treffen und die Kinder spielen können.“

Von Christine Zacharias

Kommentare