Preisniveau für Immobilien im Kreis „Mittelmaß“ – Anreize bieten

Gemeinden attraktiv machen

Oliver Woschek

Hersfeld-Rotenburg. Was die Preise für Immobilien im Kreis betrifft, schwanken diese natürlich je nach Lage, Zustand und Ausstattung des Objekts. In der Regel sind die Preise in den Randgemeinden um einiges niedriger als in den Zentren, Bestandsimmobilien sind häufig günstiger als Neubauten – es sei denn, es sind aufwändige Sanierungsarbeiten nötig.

Allgemein sei das Preisniveau für den Kreis Hersfeld-Rotenburg im Vergleich mit Kassel oder Fulda jedenfalls eher niedrig, aber höher als im Werra-Meißner-Kreis oder im Bereich Eschwege. Zuletzt seien die Preise stabil geblieben, beziehungsweise sogar leicht gestiegen.

Auch die Grundstückspreise und der Bodenwert sind laut dem Leiter der VR-Immobilienabteilung, Oliver Woschek, in der Region vergleichsweise niedrig.

Nach VR-eigenen Zahlen habe es von 2010 auf 2011 eine Preissteigerung von 7,25 Prozent für Einfamilienhäuser im Kreis gegeben, der Durchschnittspreis liege bei 90 379, 52 Euro, so Oliver Woschek – mit entsprechender Preisspanne nach oben und nach untern. Konkrete Zahlen kann Helmut Möller, Leiter des Immobilien-Centers bei der Sparkasse, nicht nennen. Die meisten Objekte lägen etwa zwischen 70 000 und 160 000 Euro, für Objekte über 250 000 Euro werde der Markt sehr dünn.

Der Vermarktungszeitraum eines Objekts ist laut VR-Statistik seit 2009 von 6,5 Monaten auf etwa 3,4 Monate gesunken. Aber: „Ein Haus verkauft sich nicht wie ein Hemd“, sagt Sparkassen-Kollege Möller, wobei es eben immer auf das Objekt ankomme.

Die Nachfrage nach Bestandimmobilien sei etwas höher als nach Neubauten, wie aus den Anfragen zur Finanzierung hervorgehe, wenngleich die Immobilienexperten dazu keine genauen Angaben machen können, da die Grundstücke meist über die Kommunen verkauft werden.

Dass die kleinen Randgemeinden weniger gefragt sind, als die Städte, liegt wohl daran, dass die meisten Menschen eine gute Infrastruktur, viele Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten in der Nähe haben möchten. Zudem seien die Bestandsimmobilien auf dem Land häufig älter und entsprechend sanierungsbedürftig. „Die Gemeinden müssen Anreize bieten, aufs Dorf zu ziehen“, meint Oliver Woschek. Auch Volker Bick von der Sparkasse sieht finanzielle Anreize als eine Möglichkeit, um der aktuellen Entwicklung gegenzusteuern. In Heringen etwa wird der Erwerb und die Sanierung von Immobilien von vor 1960 gefördert. In Alheim gibt es Fördermöglichkeiten nach „Jung kauft alt“. (nm)

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