Nachwuchswerbung der Kirche: Nina Blum absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr

Gemeinde von innen

Kirchliche Arbeit kennenlernen: Nina Blum aus Wippershain (vorne sitzend) macht zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Stadt- und Johanneskirchengemeinde. Sie unterstützt unter anderem Pfarrer Frank Nico Jaeger, Petra Will (Büro Musik an der Stadtkirche und Dekanat) und Gudrun Nennstiel (Dekanat, von links). Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Die evangelische Kirche sucht Nachwuchs und viele junge Menschen wissen noch nicht genau, wo sie ihr beruflicher Weg hinführen soll. Ein neues Förderprogramm der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck soll hier beiden Seiten helfen. Zehn freiwillige soziale Helfer haben nun ein Jahr lang Gelegenheit, die Gemeindearbeit und die berufliche Vielfalt kirchlichen Lebens aus erster Hand kennenzulernen. Finanziert werden ihre Stellen zur Hälfte von der Landeskirche, die dafür 36 000 Euro zur Verfügung stellt.

Nina Blum ist eine dieser Freiwilligen. Die 19-Jährige lebt in Wippershain und hat bereits eine Ausbildung als staatlich geprüfte kaufmännische Assistentin für Bürowirtschaft abgeschlossen. Danach hat sie ihr Fachabitur gemacht und überlegt nun, ob ihre Zukunft wirklich im Büro liegt oder mehr in anderen Bereichen. Seit dem 1. September arbeitet sie bei der evangelischen Stadt- und Johanneskirchengemeinde, die die Stelle in Kooperation mit dem Kirchenkreis, der Diakonie und der Propstei anbietet.

Vielfältige Einsatzfelder

Dementsprechend vielfältig sind Nina Blums Einsatzfelder. Sie unterstützt die Kantorei, arbeitet im Büro des Kirchenkreisamtes, ist mit Pfarrer Frank Nico Jaeger unterwegs, begleitet den Konfirmanden-Unterricht und die Fahrt, hilft mit bei den Musikmäusen, mit denen sie bastelt, malt und Auftritte vorbereitet. Demnächst ist sie auch bei der Tafel im Einsatz und soll in einer Jugendgruppe mitarbeiten.

Nina Blum ist jedenfalls sehr angetan von ihren verschiedenen Aufgaben. „Vor allem die Arbeit mit den Singmäusen und den Konfis macht mir Spaß“, erzählt sie. Richtig gut gefällt es ihr allerdings auch im Büro der Kirchenkreisverwaltung, wo sie als Fachkraft auch richtig mitarbeiten kann. „Von außen sieht man gar nicht, was in einer Gemeinde so alles läuft“, hat Nina Blum festgestellt. Ihr neues Arbeitsfeld findet sie jedenfalls sehr interessant.

Vor ihrem sozialen Jahr war Nina Blum noch nicht kirchlich engagiert. Sie erinnert sich aber gerne an ihre eigene Konfirmandenzeit in Wippershain und an den Gottesdienst, den sie mit den anderen Jugendlichen selbständig gestalten durfte.

Inzwischen kann sie sich durchaus vorstellen, dass die Arbeit bei der Kirche ein Weg für sie wäre. „Pfarrerin ist eine Option“, bestätigt sie.

Pfarrer Jaeger ist ebenfalls sehr zufrieden mit dem Engagement der freiwilligen Helferin. „Ich hoffe, dass so junge Leute gewonnen werden, die in der Kirche aktiv sein wollen“, meint er. Und er hat die Hoffnung, dass sich vielleicht Sponsoren finden, die das Projekt der Nachwuchswerbung finanziell unterstützen.

Von Christine Zacharias

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