Facebook-Aktion zur Wahl: Landtagskandidaten diskutieren über strengere Vorgaben für die Windkraft

Wie gelingt die Energiewende?

Hersfeld-Rotenburg. Die Bedeutung der Windkraft für die Energiewende wird immer wieder betont. Dennoch zeigt beispielsweise die sehr emotional geführte Diskussion um die geplanten acht Windkraftanlagen auf dem Bad Hersfelder Wehneberg, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung verbessert werden muss. Trotzdem werden immer mehr Anlagen geplant. Brauchen wir strengere Vorgaben für Windkraft-Projekte?

Das wollten wir von den Direktkandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis 11 (Hersfeld) auf unserer Facebook-Seite wissen. Dort können auch unsere Leser mitdiskutieren. In den Wochen vor der Bundes- und Landtagswahl stellen wir den Kandidaten regelmäßig Fragen, die sie im Internetnetzwerk Facebook beantworten.

Wir dokumentieren die Antworten der Landtagkandidaten in der Reihenfolge des Eingangs:

Bernd Böhle (FDP) Bad Hersfeld: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn man auch vor Ort bereit ist einen Beitrag zu leisten. Allerdings müssen die Sorgen der Anwohner sehr Ernst genommen werden. Die FDP plädiert daher dafür, den Mindestabstand von Windanlagen zur Wohnbebauung auf 1500 Meter auszuweiten. Die Forderung der Grünen, den Abstand stattdessen zu verringern, lehnen wir entschieden ab.“

Jörg Althoff (Bündnis 90/Die Grünen), Ludwigsau: Wir brauchen strengere Vorgaben für den klimaschädlichen Braunkohletagebau, nicht für Windkraftanlagen. In den Abbaugebieten werden die Menschen mit Haus und Hof umgesiedelt. Nach der Akzeptanz wird nicht gefragt. Rechtliche Widerspruchsmöglichkeiten bestehen im Gegensatz zu den Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen keine (Bergrecht). Der Ausbau der Windkraft auf zwei Prozent der Landesfläche ist das Ergebnis des Hessischen Energiegipfels. Im aktualisierten Landesentwicklungsplan ist unter anderem der Abstand von 1000 Metern zu Siedlungsflächen festgelegt. CDU und FDP haben all das ausdrücklich mitbeschlossen, auch wenn beide Parteien heute gerne ihr Fähnchen mit den Windkraftgegnern in den Wind halten!

Torsten Warnecke (SPD), Bad Hersfeld: Die derzeitigen Vorgaben beschlossen CDU und FDP im Hessischen Landtag. Daran gab es deutliche fachliche Kritik. Es ist unstreitig, dass zur Genehmigung beispielsweise avi-faunistische Gutachten, die Windhöffigkeit und Abstandsgebote Prüfungsgrundlage sind. Wohlgemerkt: Es handelt sich um rechtsstaatliche Verfahren. Und: Die Lobbypolitik von CDSU und FDP mit dem Wiedereinstieg in die Atomkraft, nach Fukushima und dem teuren Wiederausstieg, muss beendet werden. Denn die Kosten haben wir Bürgerinnen und Bürger auf dem Buckel.

Andreas Rey (CDU), Wartenberg: Ich denke, die Vorgaben sind durchaus ausreichend. Wir als CDU stehen zur Energiewende und sehen uns in dieser Entscheidung durch die aktuellen Ereignisse in Fukushima auch bestätigt. Natürlich hat die Umsetzung Konsequenzen und es ist klar, dass dies auch nicht immer auf ungeteilte Zustimmung stößt. Wenn sich allerdings so viele Menschen gegen einen Windkraftstandort aussprechen, wie auf dem Wehneberg, finde ich es ignorant und nicht im Sinne des politischen Auftrags, derart gegen den Bürgerwillen zu handeln. Zählen muss die klügste und nicht die schnellste Lösung.

Horst Zanger, (Die Linke), Bad Hersfeld: Der Kandidat der Linken hat auf unsere Facebook-Frage leider nicht geantwortet.

Die ungekürzten Antworten finden Sie auf www.facebook.com/hersfelder.zeitung

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