Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch brachte 4,7 Millionen Euro aus Brüssel

Geldsegen fürs Wortreich

Viel Volk beim Geldempfang. Ein ehemaliger und ein amtierender Bürgermeister, dazu zwei Kandidaten, die den amtierenden ablösen wollen, kamen zum Besuch von Minister Dieter Posch. Mittendrin Wortreich-Erfinderin Julia Klingenhöfer mit Familie. Im Hintergrund die Stockwerkshalle, in die das Science Center einziehen soll.

BAD Hersfeld. Eine Mappe mit Landeswappen, die 4,7 Millionen Euro wert ist, überreichte am Samstag Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) an Bad Hersfelds amtierenden Bürgermeister Professor Dr. Lothar Seitz (SPD). Der reichte die Mappe weiter an seinen Amtsvorgänger Hartmut Henning Boehmer, der als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft und Vorstandsmitglied der städtischen Wirtschaftsbetriebe nun völlig unbelastet in der Stadtpolitik mitmischt, um das auf 35 Millionen Euro veranschlagte Projekt Schilde-Park zum Erfolg zu führen.

Die 4,7 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Der Rückfluss der Brüsseler Euro-Millionen nach Hessen ist gedacht für die Wissens- und Erlebniswelt in einem Teilbereich der wilhelminischen Halle an der zukünftigen Plaza. Das futuristische Mitmach-Museum belegt drei Etagen in einer Hälfte der so genannten Stockwerkshalle mit 1 200 Quadratmetern Nutzfläche und schließt unmittelbar an die Lehrlingswerkstatt von Pro Waldhessen an. Es soll im September des kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen und jährlich möglichst 100 000 Wissensdurstige anlocken.

Überzeugt von der touristischen Anziehungskraft des Schilde-Parks, hatte Wiesbaden in diesem Jahr der Stadt Bad Hersfeld bereits 2,8 Millionen Euro aus Mitteln der Stadtsanierung zugeschanzt. Damit werden die Fassaden der Stockwerks- und der Veranstaltungshalle aufgeputzt und die Wärmedämmung von Dach, Wand und Fenstern optimiert.

Die Welt der Konrads

Das so genannte Science Center ist den Themen Sprache und Kommunikation gewidmet. Dabei setzt die Stadt Bad Hersfeld zusammen mit ihrem Partner, der Petri & Tiemann GmbH aus Bremen, auf Konrad Zuse, den Vater des Computers, und Konrad Duden, dessen Pionier-Leistung für die deutsche Rechtschreibung noch Bände spricht. Auf kompliziertestem Wege, also über die europaweite Ausschreibung, werden jetzt Künstler gesucht, die die Ideen des zukünftigen Wortreiches, das es schon als Buch gibt, verwirklichen. Das ist die Kehrseite des Geldsegens aus Brüssel. AM RANDE

Von Kurt Hornickel

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