Dichtes Gedränge und gute Geschäfte beim gestrigen Dippenmarkt

Das Geld sitzt locker

Das muss man haben: Der bewegliche Dreieckschwamm mit variablem Griff ist fürs Auto und im Haushalt vielseitig einsetzbar. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Käse-Fred kommt kaum mit dem Packen hinterher. Dichtgedrängt stehen die Kunden um seinen Stand und recken ihm Geldscheine entgegen. Eine ganze Tüte voll mit köstlichem Käse für nur zehn Euro – das möchte sich niemand entgehen lassen. Zum Glück beherrschen die beiden Verkäufer die Kunst, gleichzeitig zu reden, einzupacken und zu kassieren. Denn flotte Sprüche wie „Wer hier nicht kauft, der klaut bei Aldi“ oder „alles geklaut“ amüsieren das Publikum, das mitunter ein wenig Geduld braucht, bis es eine Käsetüte sein Eigen nennen kann.

Käse-Fred ist nicht der einzige, der bei diesem Dippenmarkt gute Geschäfte macht. Viele Stände sind dicht umlagert und die Anzahl der gut gefüllten Tüten und Taschen, die über den Markt getragen werden, ist ebenfalls ein Indikator dafür, dass den Leuten das Geld locker sitzt.

Wer nicht genug Bares mitgenommen hat, muss nachladen. Doch auch hier gibt es Gedränge. „An der Bank standen etwa 30 Leute vor dem Automaten, die Geld holen wollten“, erzählt eine Frau.

Der moderne Markthändler hat sich inzwischen technisch aufgerüstet und ein Kartenlesegeräte dabei für den unkomplizierten Zahlungsverkehr. Bei Käse-Fred würde das allerdings die Geschäfte nur verlangsamen. Zu groß ist der Andrang der Genießer.

Gut gehen auch alle Hilfsmittel, die Erleichterung im Haushalt versprechen, seien es Gemüsehobel oder Spezialreiniger, die Kalkflecken in Bad gar nicht erst entstehen lassen. Und wer in diesen Tagen morgens mit der von innen beschlagenen Scheibe seines Autos kämpft, die sich kaum vom Fahrersitz aus komplett reinigen lässt, dem kommt ein beweglicher Spezialschwamm am halblangen Stab gerade recht, um damit für freie Sicht zu sorgen.

Unbestritten praktisch ist auch die Schweiß-Maus. Das ist nicht etwa ein Nagetier, das auf Körpergerüche reagiert, sondern ein kleines Gerät, das Plastikfolien zusammenschweißt. Da kann man also unbesorgt eine große Tüte Gewürzkräuter kaufen und den Rest wieder geruchsdicht versiegeln. Doch obwohl ein Kind die problemlose Handhabung demonstriert, bleibt die Kundschaft skeptisch. Zu neu, zu ungewohnt.

Langsam ausgedient haben die bunten Wischlappenbündel in rosa, gelb, orange und hellblau. Verließ vor einigen Jahren kaum ein Besucher den Dippenmarkt ohne diese Putztücher, sieht man sie diesmal nur vereinzelt in den Taschen.

Ungebremst ist dagegen die Nachfrage nach Süßem. Ohne Waffeltüte geht kaum einer vom Markt.

Von Christine Zacharias

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