Bildungs- und Teilhabepaket: Zu wenig Anträge, viel Bürokratie

Geld kommt nur zum Teil bei Kindern an

Hersfeld-Rotenburg. Nur für knapp jedes zweite anspruchsberechtigte Kind sind im vergangenen Jahr im Kreis Hersfeld-Rotenburg Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragt worden, wenn man von den Zuschüssen für Schulbedarf absieht, die nicht extra beantragt werden müssen. Seit zwei Jahren können bedürftige Eltern für ihre Kinder Geld für sieben verschiedene Leistungen beantragen – siehe Hintergrund.

Insgesamt gab es im Kreis im vergangenen Jahr 1765 anspruchsberechtigte Kinder, deren Eltern Grundsicherung für Arbeitssuchende, Sozialhilfe oder Leistungen für Asylbewerber erhalten, erläuterten Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, Kreispressesprecher Michael Adam und Michael Apel von der Fachbehörde.

Vor allem die Bezuschussung des Mittagessens in Kita und Schule bezeichnete Künholz als große Herausforderung. Die Eltern müssen jedes einzelne Essen nachweisen, monatlich abrechnen und selbst noch je einen Euro dazuzahlen. Im Landratsamt kritisiert man den hohen Verwaltungsaufwand. Man hätte sich besser an der Abwicklung der hessischen Karl-Kübel-Stiftung orientieren sollen, in der vor dem Bildungspaket ohne Prüfung des Einzelfalls die Zahl der Essen erstattet wurde, die die Schulen meldeten. Nur für 790 Kinder wurden 2012 Anträge fürs Essen gestellt.

Ein Pilotprojekt läuft erfolgreich an der Grundschule in Rotenburg, der Ernst- von Harnack- und der Wilhelm-von-Neuhaus-Schule in Bad Hersfeld. Hier rechnen die Schulen selbst direkt mit dem Kreis ab.

Als nicht ausreichend sehen die Verantwortlichen die zehn Euro an, die den Kindern monatlich für Vereine oder Musikunterricht zur Verfügung stehen. Auch hier gibt es hohe bürokratische Hürden, denn Vereinsbeiträge werden nicht monatlich abgebucht. Die Musikschule des Kreises bietet den Kindern aber eine vergünstigte Teilnahme für diesen Preis an. ZUM TAGE/SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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