Hausverwalter verbrauchte 18 000 Euro vom Eigentümer-Konto für private Zwecke

Das Geld anderer Leute

Bad Hersfeld. „So viel Geld zur Verfügung zu haben, das verlockt natürlich“, sagte Strafrichter Elmar Schnelle, allerdings weniger aus Verständnis für die Untreue eines 63-jährigen Hersfelders als zur Erklärung für dessen Fehlverhalten.

In seiner Funktion als Hausverwalter einer Wohnanlage in der Straße „Am Lappenlied“ hatte der mit den entsprechenden Vollmachten ausgestattete Kaufmann Ende Mai vergangenen Jahres etwas mehr als 18 000 Euro vom Konto der Eigentümergemeinschaft umbuchen lassen und für private Zwecke verbraucht.

In der Anklage von Staatsanwalt Christoph Wirth war noch von Steuerschulden die Rede, weshalb die Verteidigung den vergeblichen Versuch unternahm, für die Dauer der Vernehmung des Kaufmanns die Öffentlichkeit ausschließen zu lassen.

Finanziell Luft verschafft

Nach der Ablehnung des Antrags gab der 63-Jährige an, das veruntreute Geld für die Bergleichung von Versicherungsrechnungen und andere private Verbindlichkeiten verwendet zu haben.

Richter Schnelle machte deutlich, dass es darauf letztlich nicht ankam. „Sie haben sich mit Geld, das Ihnen nicht gehörte, finanziell Luft verschafft“, stellte er fest.

Unter dem Strich ist durch die Transaktion des Hausverwalters jedoch kein Schaden entstanden: Kurze Zeit später zahlte er die gesamte Summe plus Zinsen wieder zurück. Auch hierfür gab es im Gerichtssaal keine nähere Erklärung. Letztlich war es aber dieser Schritt, der dem bis dato unbescholtenen Hersfelder eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ersparte. „18 000 Euro sind kein Pappenstiel“, sagte Richter Schnelle in der Begründung des Urteils, das dem Kaufmann eine Geldstrafe von 2400 Euro (80 Tagessätze zu je 30 Euro) auferlegte.

Eine Woche Zeit

Schnelle blieb damit geringfügig unter der Forderung des Staatsanwalts. Die Verteidigung hatte 50 Tagessätze für ausreichend gehalten. Der Angeklagte hat jetzt eine Woche Zeit, um das Urteil entweder anzunehmen oder in Berufung zu gehen.

Von Karl Schönholtz

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