450 Gäste sahen „Sushi in Suhl“ in der Schilde-Halle – Film-Team präsentierte sich

Geishas statt Würzfleisch

Vor rund 450 Zuschauern in der Schilde-Halle präsentierten die Produzenten Carl Schmitt und Margot Bolender (von links) gemeinsam mit HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm, Regisseur Carsten Fiebeler und den Schauspielern Michael Kind und Alexander Hörbe den Film „Sushi in Suhl“, der auf einer wahren Geschichte basiert. Fotos: Maaz

Bad Hersfeld. Kalte Fisch- und Reishäppchen sind nicht jedermanns Sache, „Sushi in Suhl“ aber hat den Geschmack der Besucher getroffen. Rund 450 Gäste waren am Samstag in die Bad Hersfelder Schilde-Halle gekommen, um den auf der wahren Geschichte des thüringischen Gastronoms Rolf Anschütz basierenden Film zu sehen und mit den Produzenten, dem Regisseur Carsten Fiebeler sowie den beiden Schauspielern Michael Kind und Alexander Hörbe ins Gespräch zu kommen.

Präsentiert wurde das Kino-Event mit Unterstützung der HZ in deren Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag.

Für Margot Bolender, die den Film gemeinsam mit ihrem Ehemann Carl Schmitt produziert hat und auch für das Casting verantwortlich war, war es eine Art Heimspiel, denn Bolender kommt aus Eitra. Viele Freunde und Bekannte Bolenders ließen es sich nicht nehmen, den Film endlich sehen zu können, denn im Kino lief das Acht-Jahres-Werk hier bislang nicht. Auch Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann ließ sich die Sushi-Häppchen schmecken, die ebenso wie Pflaumenwein passend zum Film allen Gästen zur Begrüßung serviert wurden. Und für diejenigen, die keinen rohen Fisch mögen, gab es „Hessisches Sushi“ – Ahle Wurscht.

„Sushi in Suhl“ erzählt die Geschichte des 2008 verstorbenen Gastronomen Rolf Anschütz, der zu DDR-Zeiten seinen Traum vom japanischen Restaurant verwirklichte. Statt Würzfleisch gab es in der Gaststätte „Waffenschmied“ mitten in Thüringen plötzlich Sushi. Fast zwei Millionen Besucher sollen das Restaurant besucht haben, wie die Zuschauer im Abspann des Films erfuhren, der quasi zur Glanzzeit des Restaurants endet.

Von der Zeit danach konnte Ines Grünbein berichten. Die Suhlerin hat von 1981 bis 1984 im „Waffenschmied“ als sogenannte Pauschal-Geisha gearbeitet. „Wir haben diesen Begriff geprägt, aber eigentlich waren wir ganz normale Servierkräfte“, erzählte sie schmunzelnd. Heute wirbt die ehemalige Geisha unter anderem als Rennsteighexe Touristen für ihre Region, an die Zeit im „Waffenschmied“ erinnert sie sich aber gerne zurück.

Viele Gäste äußerten sich positiv über den humorvollen, aber durchaus auch ernste Töne anschlagenden Film, allein die schlechte Akustik hatte das Filmvergnügen ein wenig getrübt. Angekurbelt wurde dadurch immerhin der DVD-Verkauf: „Ich fand den Film toll, aber habe leider nicht alles verstanden. Ich werde ihn mir einfach noch einmal in Ruhe zu Hause anschauen“, erklärte ein Besucher, der sich seine DVD auch gleich signieren ließ.

Von Nadine Maaz

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