Vitalisklinik: Defizit geringer als geplant, neue Belegstation und weitere Sanierung

„Es geht wieder aufwärts“

Hans-Wilhelm Saal

Bad Hersfeld. Mit mehreren bedeutsamen Beschlüssen hat der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Bad Hersfeld GmbH die weitere Gesundung der im Eigentum der Stadt befindlichen Vitalisklinik in die Wege geleitet. Dabei ging es um den dritten Bauabschnitt der Gebäudesanierung, die Einrichtung einer Belegstation von drei Internisten sowie um die Ausgliederung der Klinik in die rechtliche Selbständigkeit.

„Es geht wieder aufwärts,“ verkündete zudem Geschäftsführer Hans-Wilhelm Saal im Gespräch mit unserer Zeitung, denn das eingeplante Jahresdefizit von 1,08 Millionen Euro wird tatsächlich bei „nur“ etwa 900 000 Euro liegen – inklusive der Ausgaben für Abfindungen und Konsolidierung.

„Obwohl die Belegung in den ersten beiden Monaten dieses Jahres sehr schlecht war, haben wir das wieder aufgearbeitet,“ erklärte Saal und verwies auf die im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent höhere Belegung. Den Trend zum Positiven führte Saal insbesondere auf die neuen Konzepte des Ärztlichen Direktors Dr. Michael Keymling zurück. So versucht sich die Vitalisklinik als Facheinrichtung für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten in verwandten Randbereichen und in der Anschlussheilbehandlung weitere Betätigungsfelder zu erschließen. „Unsere Bemühungen tragen jetzt erste Früchte“, sagte Saal, der mit der 103-köpfigen Belegschaft eine „schwarze Null“ im Ergebnis für das Jahr 2014 anpeilt.

Auf dem Weg dorthin werden im kommenden Jahr mit dem bislang aufgeschobenen dritten Bauabschnitt die letzten 60 der 190 Klinikzimmer saniert und damit sicherheitstechnisch wie energetisch auf die Höhe der Zeit gebracht. Dafür stehen im Wirtschaftsplan rund 2,8 Millionen Euro zur Verfügung. Baubeginn ist im März.

Ein weiterer wichtiger Baustein soll die neue Belegstation mit 15 Betten sein, die vom Kooperationspartner Klinikum Bad Hersfeld zur Verfügung gestellt wurden. Die drei Internisten Dr. Thomas Handke (Diabetologe), Dr. Axel Müller-Siebert und Dr. Wolfgang Thon (Onkologe) werden ihre Tätigkeit voraussichtlich Mitte des Jahres aufnehmen. Handke und Thon waren bislang Belegärzte im vor der Schließung stehenden Elisabeth-Krankenhaus. Thon wird in der Vitalisklinik seine Hersfelder Patienten betreuen, die Rotenburger jedoch wie gemeldet im dortigen Kreiskrankenhaus.

Die Belegstation in der Vitalisklinik sei wichtig für Bad Hersfeld als Gesundheitsstandort, erklärte Dr. Rolf Göbel, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsbetriebe. Er berichtete weiter, dass die Voraussetzungen für die geplante Ausgliederung der Klinik in eine 100-prozentige Tochtergesellschaft geschaffen worden seien. Davon verspricht man sich eine größere Flexibilität und mehr Handlungsfreiheit.

Neuer Chefarzt gesucht

Die endgültige Entscheidung wird jedoch die Gesellschaftsreversammlung (identisch mit dem Magistrat der Stadt) Mitte nächsten Jahres treffen.

In der Zwischenzeit ist die Vitalisklinik auf der Suche nach einem neuen Chefarzt, denn Prof. Dr. Gerhard Oehler, wird zum 31. Mai in den Ruhestand gehen.

Von Karl Schönholtz

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