Quartett „String Thing“: Streicher mit dem Rhythmus Lateinamerikas im Blut

Es geht auch ohne Schlagzeug

Latin und Jazz auf der Fiedel: Das Streichquartett „String Thing“ gastierte am Wochenende im Buchcafé und ließ ungewohnte Klänge hören. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Sie nennen sich selbst das „groovende Streichquartett“, um damit ihre Einzigartigkeit in der heutigen Musikszene zu unterstreichen. Das 1989 gegründete Quartett „String Thing“ verbindet in seinen preisgekrönten Eigenkompositionen Musikstile aus aller Welt, die man als Zuhörer zunächst einmal nicht zwingend mit klassischen Streichinstrumenten in Verbindung bringt.

Am Freitagabend gastierten die vier Vollblutmusiker im Bad Hersfelder Buchcafé und hatten im Gepäck ihr aktuelles Live-Programm mit dem Titel „Alana Latina“, was frei übersetzt soviel bedeutet wie „der Geist Südamerikas“.

Grooviges Gezupfe

Die kraftvollen Arrangements der vier deutschen Künstler strotzen nur so vor Rhythmus, Temperament und Kreativität. Getrieben vom „groovigen“ Bassgezupfe des Kontrabassisten Jens Piezunka streichen die übrigen Musiker und Musikerinnen des Quartetts flott drauflos, und der etwas erstaunte Zuhörer vermisst dabei gar nicht die gerade für lateinamerikanische Musik so typischen Schlag- und Rhythmusinstrumente.

„String Thing“ lässt in seinen Kompositionen immer viel Platz für ausgiebige, jazzige Soloausflüge. Jeder der vier hervorragenden Künstler kann seine individuellen Fähigkeiten an Geige, Cello oder Kontrabass beweisen und seinem musikalischen Ego einen kurzen Freiflug gewähren.

Gegen Ende des Konzertes setzt „String Thing“ zur Steigerung nun auch noch die Stimmen ein. Das leider nicht so zahlreich erschienene Bad Hersfelder Publikum applaudierte begeistert nach jedem Stück und forderte am Schluss lautstark eine Zugabe. Diese war dann passend zum Programm des Abends ein absolut gelungenes Coverstück: Tito Puentes Klassiker „Oye como va“.

Von Werner Rödiger

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