Geheimniskrämerei um Zukunft der Festspiele

Bad Hersfeld. Geheimniskrämerei betreiben die Bad Hersfelder Stadtverordneten um die Zukunft der Festspiele: Für die Dauer der Debatte über die Konsequenzen aus dem Millionen-Defizit der Spielzeit 2010 im Haupt- und Finanzausschuss wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Vorsitzender Bernd Wennemuth (SPD) begründete dies damit, dass mit Intendant Holk Freytag Interna wie der Spielplan für das nächste Jahr und Personalangelegenheiten besprochen würden. Im Anschluss an die nahezu einstündige Diskussion berichtete Wennemuth lediglich, die Festspiele seien „auf einem guten Weg“. Wie die Einnahmesituation verbessert und das Zuschauerinteresse erhöht werden soll, welche Vorschläge der Intendant unterbreitet hatte, dazu wurde nichts mitgeteilt. Die Hessische Gemeindeordnung lässt den Ausschluss der Öffentlichkeit in einzelnen Angelegenheiten zu, ohne diese näher zu definieren.

Zuvor hatte Freytag vor allem die Finanzkrise dafür verantwortlich gemacht, dass der Zuschauerzuspruch hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Er kritisierte jedoch, dass schon im Februar über den schleppenden Kartenvorverkauf berichtet worden sei und forderte, dass die Verwaltung diese Zahlen künftig nicht mehr bekanntgeben sollte. Tatsächlich hatte sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ein Defizit von etwa einer Million Euro im Fünf-Millionen-Wirtschaftsplan der Festspiele abgezeichnet.

Gunter Grimm (CDU) stellte die Kalkulationen des Wirtschaftsplans in Frage, Hans-Jürgen Schülbe (Fraktionsgemeinschaft) und Thomas Fehling (FDP) beklagten, dass lokale Kulturschaffende und die Bevölkerung zu wenig einbezogen worden seien.

Weil der Fehlbetrag von 1,14 Millionen Euro etwa zur Hälfte aus der Gewinnabführung der städtischen Wirtschaftsbetriebe mit den Stadtwerken gedeckt werden soll, beschloss der Ausschuss die überplanmäßige Ausgabe alleine mit den Stimmen der SPD/FWG-Fraktion.

Von Karl Schönholtz

Kommentare