Volker Lechtenbrink fühlt sich wohl und lässt sich in der Schilde-Halle feiern

Gegenseitiges Mögen

Einen Abend mit Volker Lechtenbrink erlebten die Hersfelder in der restlos ausverkauften Schilde-Halle. Zur Verstärkung hatte der Star seinen Kollegen Julian Weigend mitgebracht und den Gitarristen Jürgen Schröder. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Das Publikum mag ihn, er mag Bad Hersfeld und die Hersfelder, und auch der Bürgermeister ist ihm mittlerweile angenehm: Für Volker Lechtenbrink, den diesjährigen „König Lear“ auf der Festspielbühne, war der Auftritt in der restlos ausverkauften Schilde-Halle eine familiäre Angelegenheit.

Wenn man einen Witz zum zweiten Mal hört, dann kommt es darauf an, wer ihn erzählt: Bei Lechtenbrink sorgen Charisma und die unverwechselbare Stimme dafür, dass sein Publikum auch bereits Bekanntes ein weiteres Mal goutiert.

Denn einen Großteil des Programms beim „Abend mit Volker Lechtenbrink“ hatte der harte Kern auf den Zuhörer-Rängen vor Jahresfrist schon einmal beklatscht, als der dreifach mit dem Hersfeldpreis ausgezeichnete Schauspieler in der Stadthalle gastierte. Denn natürlich lag es auf der Hand, dass Lechtenbrink die zahlreichen Hersfeld-Passagen aus seiner flott erzählten Autobiografie „Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf“ erneut vortrug. Wie sich fußballverrückte Kollegen während der Vorstellung Ergebnisse übermitteln, wie sich der einstige Bundespräsident Gustav Heinemann nächtens in die Festspielkantine schlich oder Begegnungen mit Bühnen-Legenden wie Theo Lingen und Josef Meinrad – das alles kann man gar nicht oft genug hören.

In der schweißtreibenden Atmosphäre der Schilde-Halle machte Lechtenbrink jedoch anhand einer Passage über den viel zu früh verstorbenen Kollegen Peter Heinrich auch deutlich, dass die gegenseitigen Liebesbekundungen zwischen denen auf der Bühne und denen auf den Zuschauerplätzen tatsächlich so empfunden werden: Heinrich, der bei den Festspielen unter anderem den Conferencier in „Cabaret“ spielte, leitete aus der Publikumsresonanz sein ganz persönliches Wohlbefinden ab.

Und so nimmt man auch Volker Lechtenbrink sein Faible für Bad Hersfeld, für die Stadt, die Menschen und die Festspiele gerne ab. Und man darf deshalb getrost vermuten, dass sein nächstes Engagement in der Stiftsruine nicht lange auf sich warten lassen wird.

Von Karl Schönholtz

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