Stadt Bad Hersfeld modernisiert Schritt für Schritt die Straßenbeleuchtung

Gegen den Stromfraß

Bis zu 385 000 Euro lässt sich die Stadt Bad Hersfeld bislang den Strom für die nächtliche Beleuchtung von Straßen und Plätzen kosten. Das soll sich ändern: In den nächsten Jahren wird in energiesparende Leuchtmittel investiert. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Rund 4700 Straßenlaternen beleuchten derzeit das nächtliche Bad Hersfeld - die meisten davon sind arge Stromfresser mit dem quecksilberhaltigen HQL-Leuchtmittel. Auf 360 000 bis 385 000 Euro summiert sich die Stromrechnung der Stadt jedes Jahr alleine für das Licht auf Straßen und Plätzen sowie für Gebäudeanstrahlungen. Das soll sich ändern.

Schritt für Schritt werden die Lampen jetzt erneuert, erläuterte Martin Bode, Fachbereichsleiter Technische Dienste vor dem Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt, zumal die veralteten HQL-Leuchten über eine EU-Richtlinie ab 2015 verboten werden.

Begonnen hat die Modernisierung bereits in der Wehneberger Straße und am Marktplatz.

Am Markt mit LED

Wurde der Markt bislang von verschiedenen Lampentypen aus diversen Baujahren erhellt, so gibt es nach dem Umbau nur noch zwei Lampentypen mit modernen LED-Leuchtmitteln. Das bringt zum einen Vorteile bei der Bevorratung von Ersatzteilen und reduziert zum anderen den jährlichen Stromverbrauch um etwa 55 Prozent auf rund 10 250 Kilowattstunden. Gleichzeitig wird eine Minderung an CO2 um etwa sieben Tonnen Kohlendioxid erreicht.

Noch größer soll die Einsparung am Stadtring sein. Wie Bode erklärte, beträgt der Jahresverbrauch bei den 46 Kofferleuchten, die auf 14 Meter hohen Masten montiert sind, derzeit rund 65 000 Kilowattstunden.

Geplant ist hier nicht nur der Einsatz eines neuen Lampentyps, sondern auch die Reduzierung der Lichtpunkthöhe von bisher 14 auf 10 Meter. Dadurch sinkt auch die Anzahl der erforderlichen Leuchten auf 24. Die Zahl der Standorte bleibt mit elf unverändert.

70 Prozent weniger

Nach den Berechnungen der Stadtverwaltung wird der Stromverbrauch hier um etwa 70 Prozent auf rund 15 000 Kilowattstunden sinken. Damit werden etwa 30 Tonnen CO2 eingespart.

Im Verwaltungshaushalt stehen für Reparaturen an der Straßenbeleuchtung 85 000 Euro zur Verfügung. Für die energetische Sanierung sind in den Etats 2010 und 2011 weitere 80 000 Euro pro Jahr vorgesehen.

Seit Anfang des Jahres stehen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes auch wieder Fördergelder zur Ertüchtigung der kommunalen Straßenbeleuchtung zur Verfügung. Aktuell wird daher seitens des Fachbereichs Technische Dienste und des städtischen Klimaschutzbeauftragten Guido Spohr geprüft, ob der Stadtring und die Einfallstraßen (beispielsweise Friedloser Straße, Meisebacher Straße) für eine Förderung im Bundesprogramm gemeldet werden.

Von Karl Schönholtz

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