FDP beantragt Resolution

Gegen „Geister-Bahnhof“: Deutsche Bahn beabsichtigt Verkauf in Bad Hersfeld

Zu verkaufen: Die Bahn will das Bahnhofsgebäude in Bad Hersfeld loswerden. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Der von der Deutschen Bahn beabsichtigte Verkauf des Bahnhofsgebäudes in Bad Hersfeld schlägt kurz nach Bekanntwerden hohe Wellen.

Bürgermeister Thomas Fehling warnt vor einem „Geister-Bahnhof“, der die erste Wahrnehmung von Besuchern der Stadt beschädige und fordert zum wiederholten Male eine Belebung der weitgehend leerstehenden Immobilie, in deren Umfeld die bereits Stadt viel Geld investiert habe.

Die FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung wird zur Sitzung am Donnerstag eine Resolution beantragen, die die Einbindung der Stadt in die Veräußerung der Immobilie verlangt.

Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, soll das Bahnhofsgebäude im Jahr 2017 verkauft werden. Es sei für die Abwicklung des Bahnbetriebes entbehrlich. „Die Nutzungen, die dann noch bestehen, werden an den neuen Eigentümer übergeben,“ teilte die Sprecherin weiter mit.

Zuständig für den Verkauf ist die Immobilien-Tochtergesellschaft des Unternehmens. Betrieben wird der Bahnhof von der DB Station & Service in Kassel.

„Aus dem Gebäude sollte man doch etwas Vorzeigbares machen können“, meint Bürgermeister Fehling in einer ersten Stellungnahme. „Die oberen Etagen sind meines Erachtens gut geeignet für kleine Studentenwohnungen oder für Pendler. Im Untergeschoss gibt es tolle Gewölbekeller für eine Loungebar oder als Übungsräume für junge Bands“, sagt der Rathauschef.

Bevorzugen würde Fehling Kauf und Entwicklung des Gebäudes durch einen privaten Investor. Sollte sich jedoch niemand finden, wäre die Stadt bei einem akzeptablen Preis möglicherweise bereit, den Bahnhof selbst zu erwerben.

„Unsere Stadt hat enorm viel investiert, um den Bahnhofsvorplatz attraktiv zu gestalten,“ heißt es in einer Pressemitteilung der FDP. Als Festspielstadt und als Wirtschaftsstandort dürfe Bad Hersfeld nicht Gefahr laufen, ohne ein nutzbares Bahnhofsgebäude mit Wartehalle dazustehen, schreibt der Stadtverordnete Frank Berg.

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