Zum deutschen Rehatag Vorträge über Ernährung und Darmkrebs in der Vitalisklinik

Gefahr: Essen über Bedarf

Professor Dr. Gerd Oehler, Chefarzt der Vitalisklinik.

Bad Hersfeld. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war das Angebot an hochwertigen Lebensmitteln so reichhaltig wie heute. Dies ermöglicht uns, eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung im Alltag zu sichern. Allerdings zeigen sich auch die Gefahren des Überangebotes an Lebensmitteln: „Wir wissen längst, dass die Kalorienaufnahme bei uns im Durchschnitt mit mehreren 100 Kalorien pro Tag den tatsächlichen Bedarf übersteigt“, sagt Prof. Dr. Gerd Oehler, Chefarzt der Vitalisklinik in Bad Hersfeld.

Zum Deutschen Rehatag bietet die Vitalisklinik deshalb am 28. September eine Vortragsveranstaltung zu den Themen Ernährung und Darmkrebs an. Sie findet von 17 bis 19 Uhr in der Klinik statt. Professor Dr. Gerd Oehler wird über die Grundlagen einer gesunderhaltenden Ernährung sprechen, Privatdozent Dr. Keymling über die Prävention von Darmkrebs. Außerdem wird es Infostände zum Themenkomplex gesunde Ernährung geben.

„Erwachsene mit geringer bis mittlerer körperlicher Betätigung sollten durchschnittlich 2200 bis 2500 Kalorien pro Tag aufnehmen“, erklärt Professor Oehler. „Dabei sollten Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett sich etwa im Verhältnis 20 – 55 – 35 verteilen.“ Einige Rezeptvorschläge auf dieser Seite zeigen, wie dafür gekocht werden sollte.

Fettzufuhr problematisch

Problematisch sei, so Oehler, vor allem die Fettzufuhr. Fett enthalte ganz besonders viele Kalorien. Viele einfache Grundbausteine unserer Ernährung erhielten durch die Weiterverarbeitung einen sehr hohen Fettgehalt. Als Beispiel nennt der Mediziner die Kartoffel. Sie sei als Grundnahrungsmittel nicht sehr kalorienreich, werde aber nach der Verarbeitung zu Pommes frites oder Kartoffelpuffern zur Kalorienbombe. „Sollte also Übergewicht ein Problem bei Ihnen sein, sollten sie auf das „Veredeln“ von Grundnahrungsmitteln durch Fett verzichten“, empfiehlt Oehler.

Eine weitere Problematik sieht der Ernährungsfachmann in der überhöhten Kochsalzzufuhr. „Eigentlich wäre der Mensch mit einer täglichen Kochsalzmenge von acht Gramm ausreichend versorgt“, erklärt er. Die tatsächliche Menge liege aber wesentlich höher. Dabei spielten auch alte Traditionen, die heute gar nicht mehr sinnvoll seien, wie zum Beispiel das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Salz, eine Rolle. „Wir bemühen uns in der Vitalisklinik den Kochsalzgehalt unserer Nahrungsmittel relativ niedrig zu halten“, betont Oehler. Das werde von den Patienten am Anfang oft etwas negativ erlebt, weil sie das Gefühl hätten, alles schmecke lasch. „Nach einigen Tagen kommt es aber zu einer Veränderung des Geschmacksempfindens, sodass dann auch weniger salzhaltige Nahrungsmittel durchaus als schmackhaft erlebt werden“, hat der Arzt festgestellt. Zudem ließen sich durch den Einsatz von Kräutern geschmackliche Verbesserungen erreichen.

Zucker ist nach Professor Oehlers Überzeugung eigentlich keine schlechte Nahrungsquelle. Selbst Diabetiker dürften nach neueren Vorgaben etwa 50 Gramm Zucker am Tag essen. Schwierigkeiten entstünden dann, wenn der Zuckerkonsum überhand nehme, sodass die Regulierung über eine Insulinausschüttung ständig überfordert sei. (zac) www.rehatag.de

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