Aber: Kein FSME-Fall in vergangenen Jahren im Landkreis

Gefahr durch Zecken noch nicht gebannt

Hersfeld-Rotenburg. Zecken bleiben eine Gefahr, auch wenn die warmen Tage jetzt bald zu Ende gehen. Die Blutsauger können auch bei bis zu zehn Grad Minus überleben. Nach den Worten von Dr. Dieter Gobrecht ist die Zeckensaison deshalb noch nicht vorbei.

Entwarnung gibt es aber im Kreis Hersfeld-Rotenburg bezüglich der FSME-Gefahr. In diesem und in den vergangenen Jahren sind dem Fachdienst Gesundheit beim Landkreis keine Fälle der von Zecken übertragenen lebensgefährlichen Frühsommer-Meningitis gemeldet worden. Der letzte FSME-Fall stammt aus dem Jahr 2001, teilte Pressesprecher Michael Adam mit. Der Landkreis ist auch kein offizielles FSME-Gefährdungsgebiet, so wie es beispielsweise der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist.

Die zweite von Zecken übertragene Krankheit ist Borreliose. Über die Zahl der Infizierten gibt es nach Aussage von Fachdienstleiter Dr. Dieter Gobrecht leider keine Meldepflicht: „Es ist allerdings anzunehmen, dass es hier etliche Erkrankungsfälle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gegeben hat“, erklärte Dr. Gobrecht.

Die Begründung des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die Nichtmeldepflicht bei der Borreliose habe damit zu tun, dass es für sie keine wirklich eindeutigen Diagnosekriterien gebe. Antikörperbestimmungen zeigten meist nur abgelaufene Infektionen (Seronarben) oder Krankheitsverläufe an.

Im Landkreis läuft ebenso wie in den Kreisen Kassel und Werra-Meißner seit diesem Jahr das Forschungsprojekt MüZe (Mücken und Zecken) in Nordhessen. Die Hochschule Fulda erforscht dabei den Zusammenhang von Klimawandel und Verbreitung humaner Krankheitserreger wie Stechmücken und Zecken. Mithilfe von Freiwilligen soll ein Frühwarnsystem entwickelt werden. Eingebunden ist hier auch der Klimabeauftragte des Kreises Hersfeld-Rotenburg, Volker Schmidt. (ank) HINTERGRUND, ZUM TAGE

Kommentare