Einvernehmen mit dem Denkmalschutz: Grünes Licht für Wohnanlage Frauentor

Geduldsspiel mit Happy End

So könnte sich die neue Wohnanlage in die Obere Frauenstraße einfügen. Rechts ist das denkmalgeschützte Gaststättengebäude zu sehen, das mit diesem Vorhaben saniert werden soll. Zeichnung: Architekturbüro Norbert J. Klos

Bad Hersfeld. Es war ein Geduldsspiel für alle Beteiligten. Für die verkaufswilligen Eigentümer der betroffenen Häuser, für den Investor und für die Mitarbeiter der Technischen Verwaltung, die sich um Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege bemühten. Doch nach monatelangem Hin und Her scheint es für das Projekt einer Wohnanlage in der Oberen Frauenstraße in Bad Hersfeld jetzt doch noch ein Happy End zu geben.

Eigentlich hatte sich Investor Jörg Winges von der Firma Wicon bis Februar dieses Jahres Zeit gegeben, um die seit der Projektvorstellung im Dezember 2011 aufgetretenen Probleme zu lösen.

So sah die Straße um 1920 aus. HZ-Leser Gerhard Kraft sorgt sich nun um die Optik der neuen Häuserzeile.

Die resultierten in erster Linie aus Untersuchungen des Landeskonservators, der im Haus Nummer 24 einige Dachsparren aus dem 14. Jahrhundert entdeckt und das Gebäude zum Einzeldenkmal erklärt hatte.
Damit drohte das Millionen-Vorhaben, dem drei baufällige Häuser weichen und in das die historische Gaststätte „Zum Frauentor“ integriert werden sollte, zu platzen (unsere Zeitung berichtete).
Ein neuerliches Gutachten des Kasseler Ingenieurbüros HAZ stellte jedoch überzeugend dar, dass die Sanierungskosten für Haus Nummer 24 unverhältnismäßig hoch ausfallen und dass am Ende vom originalen Fachwerkholz nicht viel übrig bleiben würde. Daraufhin lenkte nun auch die Denkmalpflege ein.

Investor Winges war es zwischenzeitlich gelungen, die Verhandlungen mit den Hauseigentümern zweimal über gesetzte Termine hinaus aufrecht zu erhalten.

Jetzt soll das Projekt über einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan durch die städtischen Gremien endgültig auf den Weg gebracht werden. Der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt stimmte im Grundsatz bereits zu, das letzte Wort hat am kommenden Donnerstag die Stadtverordnetenversammlung.

In der Oberen Fraunstraße stehen drei baufällige alte Häuser, an deren Stelle jetzt eine Wohnanlage gebaut werden soll.

Geplant hat Architekt Norbert J. Klos eine Anlage, in der je nach gestalterischer Ausführung 20 bis 22 Wohnungen entstehen sollen, mit barrierefreiem Zugang versteht sich.
Drei Giebel an der Straßenseite nehmen die Höhe der benachbarten Häuser auf, das dahinter liegende Satteldach ist etwas höher. Gegliederte Glasflächen erinnern ans Fachwerk. Der hinter der Stadtmauer gelegene neue Trakt könnte im Dachgeschoss auch als Penthouse ausgeführt werden.
Im Ausschuss und unter den HZ-Lesern hat nun bereits die Diskussion begonnen, wie sich der Neubau optisch in die mittelalterlich geprägte Umgebung einfügen wird.

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Von Karl Schönholtz

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