Festspiel-Rahmenprogramm - Shiregreen begeisterte am Freitag im Schloss Eichhof

Gedanken in Lieder kleiden

Im romantischen Innenhof von Schloss Eichhof genossen die Konzertbesucher den lauen Sommerabend und die Musik von Shire-green. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. „Früher ging ein positives Raunen durch das Publikum“, monierte Klaus Adamaschek spaßeshalber die ausbleibende Anerkennung auf seinen Hinweis, dass er Germanist sei. Die zahlreichen Besucher wollten ihn am Freitag im romantischen Innenhof von Schloss Eichhof natürlich als Folkmusiker und Songwriter Shiregreen erleben.

Bereits zum zweiten Mal bereicherte der Künstler aus Rotenburg mit einem Konzert das Rahmenprogramm der Bad Hersfelder Festspiele. Shiregreen stand nicht allein auf der Bühne. „Er ist hier, weil er mein Sohn ist, aber vor allem, weil er ein großartiger Musiker ist“, stellte er Paul vor, der die Songs seines Vaters am Piano, Bass und Percussion begleitete. Songs, die Klaus Adamaschek in den vergangenen sieben Jahren unter seinem „Liedermacherbaum“ geschrieben hat, der auf dem Grundstück seines abgelegenen Anwesens im „Auenland“ steht. Sie erzählen authentische Geschichten, handeln häufig von der Natur und der Liebe, besonders der Liebe zu seiner zweiten Frau Angelika, die ihn nach zwanzigjähriger musikalischer Pause wieder zum Songschreiben inspiriert hat.

Inzwischen singt Klaus Adamaschek, der während seines Lehramtsstudiums als deutschsprachiger Liedermacher auftrat, seine Songs auf Englisch. Seine Musik steht in der Tradition der Songwriter der 70er Jahre wie Kris Kristofferson, Gordon Lightfoot oder Leonard Cohen.

Von 2007 bis heute hat er unter seinem Künstlernamen Shiregreen sechs CDs veröffentlicht, aus denen er eine Auswahl der schönsten Stücke präsentierte. „Another life, another song“, das Titelstück aus der ersten CD und „I believe in you“ aus seiner zweiten CD „Dreams und Shadows“ gehörten ebenso dazu wie „Rainbows“ und „Old trees are hard to bend“ aus der CD „Peaceful Shades“.

Seine einfühlsamen Lieder im unverwechselbaren Shiregreen-Stil, vorgetragen mit ebenso markanter wie sanfter Bassstimme, beeindrucken durch ihre Intensität. Ein Höhepunkt des Konzertes war der Song „Freedom fighter“, mit dem Shiregreen den weltweiten Songwriter Contest Composers 2008 gewonnen hat. Hier kam der Harmoniegesang von Paul Adamaschek besonders gut zur Geltung.

Es fehlte an Tempo

Die eingeschworene Fangemeinde von Shiregreen, der längst überregional bekannt und erfolgreich ist, genoss die entspannten Stunden, wobei dem zweistündigen Konzert ein wenig mehr „Tempo“ gut getan hätte.

Shiregreen, der in diesem Jahr magische 55 Jahre alt wird und als Leiter des Umweltbildungszentrums in Licherode noch voll im Berufsleben steht, will musikalisch noch einmal richtig durchstarten. Inspiriert durch seinen Erfolg und vierzig Konzerte, die er während seiner sechsmonatigen Tour durch die USA gegeben hat. Die Erlebnisse hat er auf seiner neuesten CD „Trails“ verarbeitet.

Von Gudrun Schmidl

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