Ein Geburtstag und ein schiefer Turm

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung,

„Es geht uns gut“, sagte Kreishandwerksmeister Wolfgang Horn zum Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Bad Salzungen. „Aber darüber reden wir nicht laut.“ Stellt sich die Frage: Warum eigentlich nicht? Der Marathon der Neujahrsempfänge im Landkreis, in den Städten und Gemeinden, bei Verbänden und Vereinen zeigte, es wurde viel geschafft. Der Wartburgkreis feiert am 1. Juli den 20. Geburtstag, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat als Ehrengast zugesagt und da wird rund um das Landratsamt in Bad Salzungen gefeiert.

Auch Sie, als unsere Nachbarn, sind zur großen Party herzlich eingeladen. Nicht wenige Männer und Frauen aus dem Hessischen haben Aufbauhilfe geleistet, den Wartburgkreis und die Stadt Eisenach auf diesem Weg begleitet. Also dürfen wir auch gemeinsam feiern, denn der Wartburgkreis hat eine erfolgreiche Entwicklung genommen. Die Wartburgregion mit der Stadt Eisenach ist die wirtschaftlich stärkste Region in Thüringen, Vollbeschäftigung ist keine Illusion mehr. Die Auftragsbücher der Handwerker sind voll.

Und auch touristisch wird die Region nachgefragt. 3,1 Tage bleiben die Besucher im vergangenen Jahr durchschnittlich im Thüringer Wald, die Welterberegion Wartburg Hainich fesselt die Touristen durchschnittlich 3,3 Tage und in der Rhön verweilen die Besucher durchschnittlich sogar 3,8 Tage. Nun macht die Rhön mit einem weiteren Tourismusprojekt auf der Hohen Geba Schlagzeilen. Der 70 Meter hohe schiefe Turm mit Umlaufbahn und einer Neigung von 23,5 Grad soll in den nächsten zwei Jahren gebaut werden. Das schiefste Gebäude der Welt mit einer 120 Meter langen Trockenrutsche soll entstehen. Nun kann man sich trefflich darüber streiten, ob man in solch ein Projekt 14 Millionen Euro stecken muss oder ob das Geld in vielen kleinen Projekten mehr Wirkung erzielen würde. Genauso streiten kann man sich darüber, ob die deutsche Olympiamannschaft kanarienvogelbunt auftreten muss.

Warum denn nicht? Muss alles grau und trist sein? Es geht uns gut, wir haben etwas geschafft, Thomas Bing und Frank Rommel aus der Wartburgregion starten in Sotschi. Auch der hessische Bobfahrer Jan Speer ist bei Olympia dabei. Über all das kann und soll man reden, da muss man nicht flüstern. Denn die gesamte Region muss sich bei allen Problemen nicht verstecken.

ute.weilbach@stz-online.de

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