Lolls-Countdown läuft: Auf dem Marktplatz hat der Aufbau des Riesenrads begonnen

Geborgenheit am Himmel

Bad Hersfeld. Von wegen Oktoberfest. Vergesst München. Lolls überragt alles! Denn „unser“ Riesenrad ist fünf Meter höher als das auf der Wiesn. Gestern ist auf dem Marktplatz mit zwei riesigen Kränen damit begonnen worden, das 55 Meter hohe Bellevue aufzubauen. Viele Schaulustige verfolgten das Schauspiel gespannt. In Bad Hersfeld läuft jetzt wieder der Lolls-Countdown.

Auf 17 Lastwagen war das 350 Tonnen schwere Riesenrad zuvor von der Schueberfouer in Luxemburg nach Bad Hersfeld gekommen. Zwischendurch hatte das Trägergestänge in Düsseldorf noch einen frischen grün-weißen Anstrich bekommen. „Das ist wie bei einem Schiff“, erzählt Riesenrad-Chef Oscar Bruch jr. schmunzelnd. „Wenn man mit dem Streichen hinten fertig ist, dann fängt man vorn wieder an.“

Doch jetzt haben zehn Mitarbeiter des Familienunternehmens zunächst eine Woche damit zu tun, den Koloss aufzubauen, damit es dann am Himmel über Bad Hersfeld rund gehen kann.

Teure Luftfracht

Der Chef lenkt selbst: Oscar Bruch auf seinem Kran.

Der Chef saß gestern persönlich auf dem Kranwagen und ließ die Stahlträger durch die Luft schweben. Eine kostbare Luftfracht, denn so ein Riesenrad kostet rund 5,5 Millionen Euro – „Grundpreis“, erzählt Bruch.
Kein Wunder, dass man dann wenigstens bei der Energie spart. Rund 50 000 umweltfreundliche LED-Energiesparlampen bringen das Bellevue zum Strahlen. Dafür müssen allerdings zuvor zwei Kilometer Kabel verlegt und tausende von Einzelteilen an ihren Platz gebracht werden. Erst dann werden die 42 Kabinen mit dem schönsten Ausblick über das ältestes Volksfest der Welt eingehängt.

„Die geschlossenen Kabinen vermitteln den Fahrgästen ein Stück Geborgenheit“, erklärt Bruch. Dieses subjektive Sicherheitsgefühl sei wichtig, weil das Riesenrad das einzige Fahrgeschäft für alle vom „Säugling bis zum 100-Jährigen“ ist.

Nach der Lolls-Woche steht das Riesenrad übrigens noch längst nicht still. Das Bellevue wird dann ins Winterquartier in den Europa-Park nach Rust bei Freiburg transportiert.

Von Kai A. Struthoff

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