Ab Juli keine Entbindungen mehr im Krankenhaus Rotenburg

Geboren wird nur noch in Bad Hersfeld

Hersfeld-Rotenburg. Die Geburtshilfe im Kreis wird sich ab Juli allein in Bad Hersfeld konzentrieren, am Kreiskrankenhaus in Rotenburg wird sie eingestellt. Man sei schon seit Längerem mit Rotenburg im Gespräch, sagte auf Anfrage der Geschäftsführer des Klinikums Bad Hersfeld, Martin Ködding. Die werdenden Mütter seien sehr willkommen. Man bemühe sich um einen harmonischen Übergang.

Das Ministerium befürworte die Zusammenlegung der Geburtshilfe in Bad Hersfeld, teilte der Verwaltungsleiter am Kreiskrankenhaus (KKH) Rotenburg, Sassan Pur, mit. Am KKH will man den frei werdenden Platz für die Vergrößerung der Zimmer und den Einbau von Nasszellennutzen. Einer der Belegärzte, der Gynäkologe Peter Goetzke, gehe zudem in den Ruhestand. Es werde sich kein Nachfolger finden, der die Geburtshilfe mit übernehme. Ein weiterer Grund für die Schließung der Geburtshilfe sei die mit 140 pro Jahr zu geringe Zahl von Geburten, eine Hebamme sei bereits gegangen.

Der Gynäkologe Thomas Schmitt betreut zusammen mit Peter Goetzke - beide als Belegärzte - die Geburten am KKH. Er nennt in erster Linie wirtschaftliche Gründe. Hohe Haftpflichtsummen müssten gezahlt werden, und es gebe zu wenige Geburten. So habe etwa im April eine Woche lang gar keine Frau entbunden. Das lohne sich für die Hebammen nicht.

Elisabeth Hillecke ist eine von vier Hebammen, die freiberuflich am KKH tätig sind. Die Hebammen, sagte Hillecke, hätten trotz der geringen Zahl von Geburten weitergemacht. Sie bedauert, dass die Frauen ab Juli keine Wahl mehr hätten.

Dem Vernehmen nach gibt es auch Überlegungen, die Geburtshilfe am St. Elisabethkrankenhaus in Bad Hersfeld einzustellen. Dazu könne er zurzeit nichts sagen, erklärte Verwaltungsleiter Peter Diel.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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