Senioren der Wohnanlage „An der Geis“ engagieren sich für ihre Mitmenschen

Ein Geben und Nehmen

Einen fitten Eindruck machen die Bewohnerinnen der Wohnanlage „An der Geis“: Und das sieht nicht nur so aus. Die im Durchschnitt etwa 84-jährigen Senioren und Seniorinnen des Betreuten Wohnens haben sich tatsächlich gut gehalten, helfen sich gegenseitig bei der Bewältigung des Alltags und treffen sich unter anderem wöchentlich zur gemeinsamen Gymnastik. Foto: Skrzyszowski

Bad Hersfeld. Im Frühjahr blühen bunte Stiefmütterchen und Primeln vor der Eingangstür der Seniorenwohnanlage „An der Geis“, die Elfriede Engel liebevoll gepflanzt hat. Die 83-Jährige ist die Dame mit dem grünen Daumen. Auch die Fenster sind, passend zu jeder Jahreszeit, mit selbstgebastelter Dekoration geschmückt. Die männlichen Bewohner basteln nämlich kleine Holzfiguren zu verschiedenen Anlässen.

Die zentral gelegene Wohnanlage „An der Geis“, in der 68 Senioren und Seniorinnen zu Hause sind, macht nicht nur äußerlich einen guten Eindruck. „Das Miteinander ist sehr vertraut und alle Bewohner fühlen sich hier richtig wohl“, sagt die 83-jährige Leonore Herford mit einem Lächeln im Gesicht. Die Betagten erleichtern sich das Leben gegenseitig: „Geben und nehmen“ heißt hier die Devise.

Eine Tüte Milch geht immer

Da die meisten Seniorinnen und Senioren noch fit sind und sich selber versorgen können, erledigen sie auch für andere Mitbewohner gerne den einen oder anderen Weg mit. Eine Tüte Milch oder auch zwei Eier seien immer irgendwo im Haus zu finden, falls diese bei dem wöchentlichen Einkauf mit dem Shuttlebus doch mal vergessen worden sind, erklärt die 83-Jährige.

Theresia Penzel näht im stolzen Alter von 90 Jahren selbstverständlich die Turnhosen ihrer Mitbewohner um. Um die Einkäufe und das Getränkeholen im Keller braucht sich ein Ehepaar, das im Rollstuhl sitzt, natürlich auch keine Gedanken zu machen.

Alle 14 Tage haut Leonore Herford in die Tasten und begleitet ihre musikalischen Mitbewohner am Keyboard. Eigentlich spielt sie Klavier und hat für das Keyboard extra noch einen Kurs absolviert.

Auch die Gymnastikstunde bei Gerda Zipf ist gut besucht. Die 45-Jährige erledigt als Betreuungsfachkraft nicht nur den Schriftverkehr der Wohnanlage und organisiert Veranstaltungen. Sie vermittelt auch Heimplätze für Pflegebedürftige, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Betreuten Wohnen teilnehmen können.

„Ich fühle mich hier genauso wohl, die Bewohner helfen mir auch oft“, erklärt Gerda Zipf. Diese hätten zudem die Möglichkeit, Hilfe beim Kochen, Putzen oder bei der Pflege in Anspruch zu nehmen, da eine Kooperation mit der Gemeindepflegestation der Diakonie bestehe.

Aufeinander aufpassen

Jeder könne sein Leben in der Anlage frei gestalten, sich zurückziehen oder die verschiedenen Angebote annehmen. Aber dennoch passen alle Bewohner aufeinander auf. „Ich habe hier wirkliche Freunde gefunden“, sagt Leonore Herford.

Von Nina Skrzyszowski

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