Stimmen aus Waldhessen zur Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten

Gauck ist eine gute Wahl

Joachim Gauck (links) hat mit seinem Auftritt beim Sparkassenforum in Rotenburg nicht nur den Vorstandsvorsitzenden Reinhard Faulstich beeindruckt. Foto: Manns

Hersfeld-Rotenburg. Vor zwei Wochen war der „Präsident der Herzen“ gefeierter Redner beim Sparkassen-Forum in Rotenburg – jetzt zieht Joachim Gauck aller Voraussicht nach selber ins Berliner Schloss Bellevue. In Rotenburg erwähnte Gauck den Fall Wulff und seine mögliche Kandidatur mit keinem Wort. Trotz seiner großen Popularität blieb Gauck bescheiden, fast demütig.

„Wir dürfen von Politikern nicht zu viel erwarten, das sind auch nur Menschen und keine Engel“, sagte er damals. Jetzt ruhen auf ihm die großen Erwartungen der ganzen Republik, dem Amt des Bundespräsidenten wieder Respekt, Würde und Glanz zu verleihen. Die Menschen in unserer Region trauen Gauck das aber zu:

Besonders begrüßt wird die Entscheidung vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Reinhard Faulstich: „Vor gut zwei Wochen konnten wir Herrn Dr. Gauck beim Sparkassen-Forum in Rotenburg persönlich kennen lernen. Nach seinem Vortrag hinterließ er 1200 begeisterte Zuhörer. Er steht für Glaubwürdigkeit. Wir freuen uns über diesen Wahlvorschlag.“

„Unser Land braucht an der Spitze einen klugen Kopf“, meint Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU). „Die Bürger im Lande und ich auch erwarten von unserem Bundespräsidenten zusätzlich und mehr denn je Glaubwürdigkeit, Integrität, Begeisterungsfähigkeit und Bodenhaftung. Ich denke, Joachim Gauck könnte diese Tugenden vereinen und leben“, so der Landrat weiter. Diesen Eindruck hat Schmidt gewonnen, nachdem er Gauck beim Sparkassenforum in Rotenburg gehört und sich mit ihm unterhalten hatte.

„Joachim Gauck ist eine gute Wahl. Ich begrüße es, dass er jetzt als gemeinsamer Kandidat aller Demokraten gewählt werden soll,“ heißt es in der Stellungsnahme der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz. Die Sozialdemokratin weiter: „Ich habe seine Rede beim Sparkassenforum aufmerksam verfolgt und ich habe den Eindruck, er ist glaubwürdig, authentisch und integer. Besonders beeindruckt hat mich seine Schilderung, dass er mit 50 Jahren zum ersten Mal in seinem Leben frei wählen durfte; daher weiß er den Wert von freien, geheimen, gleichen, allgemeinen und unmittelbaren Wahlen besonders zu würdigen.“

„Eine gute Wahl, aber er muss erst noch gewählt werden,“ kommentiert der SPD-Unterbezirksvorsitzende Torsten Warnecke. Der waldhessische SPD-Chef geht davon aus, dass „Gauck ein guter Bundespräsident wird, nach dem, was er in seiner bisherigen politischen Arbeit gezeigt hat.“

CDU-Kreisvorsitzender Thorsten Bloß sieht in Gauck einen „konflikt- und konsensfähigen Kandidaten mit hohem Ansehen.“ Bloß begrüßt, dass zum Schutz des Amtes eine breite Mehrheit den Vorschlag trägt. Der Christdemokrat ist darüber hinaus gespannt, wie sich der bei dieser Entscheidung innerhalb der Regierungskoalition ausgeübte Druck auf die weitere Zusammenarbeit von CDU und FDP auswirkt.

Sparkassen-Forum 2012 mit Joachim Gauck

Jörg Althoff, Vorsitzender der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, freute sich, dass diesmal ein parteiübergreifender Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gefunden wurde. Auch Althoff war von Gaucks Auftritt in Rotenburg „sehr beeindruckt“. Im Kreisverband seiner Partei habe es keine Diskussion gegeben, dass Gauck der geeignete Kandidat sei, sagte Althoff.

Vom FDP-Kreisvorsitzenden Thomas Fehling lag uns bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.

Von Karl Schönholtz

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