Vor 14 Jahren gab Udo Jürgens (†) ein Konzert in der Bad Hersfelder Stiftsruine

Gastspiel einer Legende

Erinnerungen an Udo Jürgens: Sein unvergessenes Gastspiel am 27. August 2000 in der Stiftsruine (Bild links) und mit Rundfunkmoderator Hans-Karl „Atze“ Schmidt. Fotos: Archiv/nh 

Bad Hersfeld. Das Wetter war mies, das Konzert nur etwa eine Stunde kurz. Und dennoch ist der Auftritt von Udo Jürgens in der Bad Hersfelder Stiftsruine allen, die einen der begehrten Plätze ergattert hatten, unvergesslich geblieben. Denn der legendäre Entertainer – damals auch schon 66 Jahre alt – hatte alles mitgebracht, was ihn über erfolgreiche Jahrzehnte auszeichnete – einschließlich der Zugabe im Bademantel.

Zum Schluss Regen

Der plötzliche Tod von Udo Jürgens am vergangenen Sonntag weckt die Erinnerungen an sein einziges Gastspiel in der Festspielstadt am 27. August 2000. Anlass war seinerzeit das 175-jährige Jubiläum der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die den Waldhessen dieses Konzert zum Geschenk machte.

Begleitet von der Pepe-Lienhardt-Band sang und spielte der Entertainer seine größten Hits „Griechischer Wein“, „Zärtlicher Chaot“ oder „Ich war noch niemals in New York“. Der Klassiker „Mit sechsundsechzig Jahren...“ passte an diesem Abend haargenau.

Nach trockenem Beginn erlitten der Star und seine Musiker das Schicksal der Festspielschauspieler: Während das Publikum beschützt unter dem Zeltdach saß, war insbesondere die Band dem Regen ausgesetzt. Immerhin: Udo und sein weißer Flügel waren auf der Vorbühne so platziert, dass sie nur ein paar wenige Tropfen abbekamen. Mit dem vom Publikum per Zuruf gewünschten „Mathilda“ verabschiedete sich der sympathische Entertainer schließlich aus der Stiftsruine, in der er einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte.

Gedichte von Atze

Nicht nur die Konzertbesucher, sondern auch andere erinnern sich jetzt wieder an ihre Begegnungen mit Udo. Hans-Karl Schmidt, ehemaliger Moderator beim Hessischen Rundfunk, ist ihm im Lauf der Jahre immer wieder begegnet. Schmidt, der als „Atze“ weithin bekannt ist und aus seinem Wohnort Schenklengsfeld das Internet-Radio „www.radio-landeck.de“ betreibt, lernte Udo in den 60er Jahren kennen und lieferte ihm für eine Weihnachts-LP zwei Gedichte, die der Musiker dann vertonte und aufnahm.

Von Karl Schönholtz

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