Auch Tiere leiden unter der Hitze – Was Haustierhalter bei diesen tropischen Temperaturen beachten sollten

Gassi-Gehen? Nein, danke!

Tierisches Vergnügen: Diese beiden Hunde machen es richtig. Sie erfrischen sich im kühlen Wasser eines Teiches. Das Foto schickte uns unsere Leserin Claudia Kupfer mit der dringenden Bitte, auf die Probleme der Tiere mit der Hitze hinzuweisen.

HERSFELD-ROTENBURG. Nicht nur wir Menschen kämpfen derzeit mit den fast schon tropischen Temperaturen, die das Quecksilber des Thermometers anzeigt. Auch Tiere haben bei dieser Hitze ihre liebe Müh und Not.

Herrchen oder Frauchen gönnt sich zur Abkühlung ein kühles Eis oder steigt auf kürzere Kleidung um. Doch was tun, wenn das Haustier mit dickem Fell lust- und appetitlos in einer Ecke des Raumes oder Stalles kauert?

Einfach mal im Haus lassen

Brigitte Selent, Mitarbeiterin bei der Tiernothilfe Rotenburg, rät allen Haustierbesitzern, ihre Tiere im Haus zu lassen, so gut es geht, denn Katze und Co. wissen am besten, wo der kühlste Platz ist. „Wenn die Tiere aus irgend einem Grund nicht ins Haus geholt werden können, sollte zumindest sicher gestellt sein, dass genügend Schatten und Wasser vorhanden ist“, erklärt Selent.

Gerade bei Hundebesitzern sei es daher wichtig, dass eine sehr kurze Runde Gassi-Gehen entweder am frühen Morgen oder am späten Abend geschieht. „In der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr sollte das Tier zu keiner körperlichen Betätigung gezwungen werden“, führt Selent weiter aus. Auf jeden Fall sollte vermieden werden, dass Tiere im Auto gelassen werden.

Laut Selent heize sich das Auto in kürzester Zeit auf über 70 Grad auf und führe bei den Tieren zu einem Kreislaufkollaps, der unter Umständen auch zum Tod führen kann. Transporte mit angeschalteter Klimaanlage bei fahrenden Autos seien hingegen durchaus machbar.

Und auch der Vorsitzende des Hersfelder Tierschutzvereins, Winfried von Alpen , ist der Überzeugung, dass bei diesen Temperaturen keine offenen Fenster helfen, das Auto heize sich trotzdem auf. Weiterhin sei bei schattigen Plätzen nicht unbedingt eine Überdachung notwendig. Ein Baum oder Strauch helfe zur Not ebenfalls, so lange den Tieren immer genügend Wasser zur Verfügung stehe.

Eines der Anzeichen dafür, dass die Hitze ihren Schützlingen doch zu schaffen macht, sei nach Selent der häufige Verzicht auf Futter. Doch keine Sorge – wenn genügend kühles Wasser vorhanden ist, das mehrmals täglich gewechselt werden sollte und die Temperaturen gegen Abend wieder anfangen zu sinken, fingen die Tiere auch wieder an zu fressen.

Ein guter Tipp sei hierbei wie gewohnt zu füttern und viel Trockenfutter anzubieten – je nach Befinden des Tieres. Außerdem sorgen nasse Tücher auf Fell und Schnauze oder auch ein Sprung in das erfrischende Nass für genügend Abkühlung. Bei Hunden mit langem Fell könne auch mal zur Schere gegriffen werden. Allerdings sollte man nicht zu viel wegschneiden, denn wenn die nackte Haut zum Vorschein kommt, besteht Sonnenbrandgefahr.

Wasserscheue Katzen hingegen sollten lieber nicht ins Wasser gezwungen werden, sie suchen sich die schattigen Plätze selbst.

Auch für Nager und Co. hat Brigitte Selent einige Empfehlungen auf Lager. Demnach sollte darauf geachtet werden, dass das Außengehege oder der Stall immer im Schatten steht. Da die Sonne im Tagesverlauf wandert, müsse häufig überprüft werden, ob die Tiere noch im Schatten sitzen. „Guten Schutz vor Hitze bieten auch hier feuchte, weiße Tücher, die über das Gehege gehangen werden können“, fügt Selent hinzu.

Bei weiteren Fragen rund um Ihr Haustier steht die Tiernothilfe Rotenburg unter der Telefonnummer 0 66 23/ 17 87 gerne zu Verfügung.

Von Annelie Rink

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