Geologie-Landesamt nennt Vorranggebiete für die Suche

Gas-Fracking: Bohren auch im Landkreis?

kassel. Falls die umstrittene Fracking-Gasförderung in Nordhessen irgendwann tatsächlich an den Start geht, könnten Bohrtürme vor allem im Landkreis Kassel sowie in den Nordzipfeln der Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder stehen. Auch den Zechstein Osthessens (Kreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda) und den Oberrheingraben in Südhessen hält man beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) für interessant.

In diesen Bereichen sieht die Fachbehörde des Landes größte Chancen auf „Schiefergas-Potenzialräume“. Das sind Zonen, in denen die Experten aus Geologensicht eine Schiefergas-Suche für erfolgsträchtiger halten als anderswo. Seine detaillierte Karte will das HLUG demnächst veröffentlichen.

Ob in Nordhessen nach Schiefergas gebohrt wird und wann – das ist nach der Anhörung des Landtags-Umweltausschusses in Kassel so unklar wie zuvor. Genehmigt ist nichts, politisch steht eine breite Front gegen den Suchantrag der BNK Petroleum.

An der Geologie ändert das andererseits nichts. Bohren vor unseren Toren? Die Karte des HLUG billigt sogar dem Kasseler Stadtgebiet Erkundungsvorrang zu. Was bei allen Zweifeln und Warnungen, die die Schiefergassuche ausgelöst hat, aber wohl Theorie bleibt: Mitten in einer Großstadt Erdgasbohrungen zu genehmigen, dürfte den Widerstand noch wachsen lassen.

Und draußen in den Kreisen? „Vor allem in bituminösen Gesteinsfolgen (...) des Unterkarbon in Nordhessen“ dürfte sich laut HLUG die Suche nach Schiefergas lohnen.

Diese Schichten reichen im äußersten Nordwesten bei Korbach bis an die Oberfläche, liegen rund um Kassel in einigen hundert Metern Tiefe und tauchen nach Osten hin weiter ab. Und dort können auch HLUG-Experten über Schiefergasvorkommen nur rätseln: „So tief ist bisher einfach nicht gebohrt worden“, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Wolfgang Riek

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