Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker nach über 36-jährigem Wirken verabschiedet

Mit ganzem Herzen dabei

Ehrung: In Anerkennung ihrer großen Verdienste überreichte Horst Rühl, der seit Anfang des Monats amtierende Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, der scheidenden Diakoniepfarrerin und Geschäftsführerin des Zweckverbandes für Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg, Jutta Preiß-Völker, das Goldene Kronenkreuz der Diakonie. Foto: Apel

Bad Hersfeld. Großer Bahnhof für eine kleine – und doch große, stets freundliche und bescheidene – und doch auch gerne schön angezogene Frau. Fast alle, die sich mit Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker verbunden fühlen, waren zu ihrer Verabschiedung in die sehr persönlich geschmückte Bad Hersfelder Stadtkirche und zum Empfang ins Martin-Luther-Haus gekommen.

Allen voran die Rotenburger Dekanin Gisela Strohriegl und der amtierende Vorsitzende des regionalen Zweckverbandes für Diakonie, der Hersfelder Dekan Dr. Frank Hofmann, der Preiß-Völkers 36-jähriges Wirken als „Epoche“ bezeichnete und der ihr für ihre Arbeit großen Respekt zollte. Für die ganze Region sei die 63-jährige das Gesicht der Diakonie gewesen. Zu jeder Zeit habe sie den Zusammenhang zwischen kirchlichem und diakonischem Handeln deutlich und das Subsidiaritätsprinzip, das die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wohlfahrtspflege regele, „praxistauglich“ gemacht.

Goldenes Kronenkreuz

Horst Rühl, der neue Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, unterstrich, dass Jutta Preiß-Völker immer „mit dem Herz einer Löwin“ um den Platz eines jeden Menschen in der Mitte der Gesellschaft gekämpft habe. In Anerkennung ihrer Verdienste überreichte er ihr das Goldene Kronenkreuz der Diakonie.

Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz überbrachte die Abschiedsgrüße und -wünsche der Kreisgremien. Sie sprach von der Weltoffenheit und vom tiefen Glauben der Diakoniepfarrerin, die – bei den Verhandlungen immer gut vorbereitet – viel für die Menschen im Landkreis erreicht habe und ein „Fels in der Brandung“ gewesen sei.

In ihrer Abschiedspredigt ging Jutta Preiß-Völker auf die Geschichte der namenlosen, ausgegrenzten, blutflüssigen Frau, die Jesu Gewand anrührte und geheilt wurde, ein. Dabei betonte sie, dass Achtsamkeit und Empathie immer wieder neu gefragt seien. Es gelte, sich den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten zu stellen und sowohl mit Leib- als auch mit Seelsorge darauf hinzuwirken, dass ein jeder dazugehöre. Fast schon programmatisch ihre Feststellung: „Zugehörigkeit ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis, und alle haben ein Recht auf Teilhabe und Zuwendung!“ In der Gewissheit, dass das Leben eines jeden, den Gewandzipfel Jesu ergreifenden Menschen von der lebensspendenden Liebe Gottes erfüllt wird, schloss sie mit dem Wunsch: „L’ Chaim – Auf das Leben!“

Mitgestalter des Gottesdienstes waren Theo Drude und Helga Völker vom Zweckverbandsvorstand sowie die Mitarbeiterinnen Christina Heimeroth und Maritha Steinhoff, Bezirkskantor Sebastian Bethge und der von ihm geleitete Kirchenkreischor „Canta-Rhina“. Für die musikalische Umrahmung beim Abschiedsempfang sorgten Anastasia Boksgorn und Markus Rahn.

Von Wilfried Apel

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