Abschlusskonzert des 4. Classic Jazz-Workshops begeisterte Teilnehmer und Zuhörer

Die ganze Vielfalt des Jazz

Könner und Anfänger, Musiker und Sänger aus ganz Deutschland nahmen in Bad Hersfeld an einem Classic Jazz Workshop teil und präsentierten das Gelernte in einem gelungenen Abschlusskonzert, dessen Höhepunkt ein Zug der Dozenten durchs Publikum war (unten Mitte). Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Fünfeinhalb Tage lang Musik von morgens bis spät in die Nacht, das gönnten sich 61 Teilnehmer an einem Classic Jazz Workshop, den Jan Luley zum Jahresbeginn in Bad Hersfeld anbot. Bei zwölf Dozenten, allesamt Profimusiker, erhielten sie Unterricht auf ihrem jeweiligen Instrument und übten zudem in verschiedenen Kombos das Zusammenspiel.

Das Ergebnis präsentierten die Teilnehmer am Mittwochabend in der Aula der Konrad-Duden-Schule bei einem Abschlusskonzert und es konnte sich hören lassen. Da wurde drei Stunden lang geswingt und gejazzt, dass es für Teilnehmer und Publikum eine reine Freude war.

Nächstes Jahr wieder hier

Einige der Workshop-Teilnehmer kannten sich bereits von früheren Veranstaltungen. Schließlich war es der vierte Classic Jazz Workshop, den Luley veranstaltete. Erstmals jedoch kamen die Musikbegeisterten in Bad Hersfeld zusammen. Es wird wohl nicht zum letzten Mal gewesen sein. Zum Abschluss kündigte Jan Luley an, auch im kommenden Jahr wieder in seiner Heimatstadt zu jazzen: Probe- und Veranstaltungsräume in der Musikschule und im Johann-Sebastian-Bach-Haus, Hotelunterbringung und Resonanz seien in Bad Hersfeld einfach gut, freute er sich. So kamen deutlich mehr Hersfelder neu hinzu als Marburger – dort hatten die Workshops bisher stattgefunden – wegblieben.

Erfreut zeigte sich Jan Luley auch über die große Zahl an Jugendlichen, die an der Veranstaltung teilnehmen. Von 14 bis 82 Jahre reichte die Altersspanne der Mitglieder, die keinerlei Probleme im Umgang miteinander hatten. Junge Menschen an den Jazz heranführen und mit seinen verschiedenen Spielarten bekanntzumachen, das ist eines der Ziele des Workshops.

Außerdem geht es darum, jeden einzelnen Teilnehmer musikalisch weiterzubringen, Grundkenntnisse in Harmonielehre und Rhythmik zu vermitteln, über Bühnenpräsenz und das Musikgeschäft zu informieren. Und nicht zuletzt geht es um den Spaß am Musikmachen. Und den hatten offenkundig Dozenten und Teilnehmer so sehr, dass er schon bei den ersten Nummern aufs Publikum übergriff. Das erlebte an diesem Abend, wie vielfältig Jazz sein kann, wie fröhlich oder romantisch, ein wenig traurig oder schmissig. Und es wurde Zeuge, wie manch ein Hobbymusiker oder eine Sängerin den ersten Auftritt mit einer Gruppe meisterte, erstmals ein Solo spielte, improvisierte und über sich selbst hinaus wuchs.

Denn nicht nur vom Alter her waren die Teilnehmer ganz unterschiedlich, auch von der musikalischen Erfahrung. Anfänger spielten neben Halbprofis, Bühnenneulinge neben Musikern, die in mehreren Bands aktiv sind.

Aus all diesen unterschiedlichen Talenten und Persönlichkeiten innerhalb von wenigen Tagen eine Gruppe zu formen, die gemeinsam auftreten kann, das war das Verdienst der Dozenten. Dafür bietet der Jazz ideale Voraussetzungen. Zum einen ermutigt er nicht nur das Zusammenspiel, sondern auch die Präsentation individuellen Könnens, zum anderen gehört es zum Programm, dass es mitunter ein wenig schräg klingt.

Von Christine Zacharias

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