Freiheitsstrafen auf Bewährung für zwei junge Serien-Einbrecher – Arbeitsauflagen

Ganz schön schiefgelaufen

Bad Hersfeld. „Irgendwas war bei Ihnen ganz schön schiefgelaufen,“ hielt Strafrichter Elmar Schnelle zwei jungen Männern aus Bad Hersfeld vor, nachdem er sie wegen einer Serie von Einbruchsdiebstählen zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt hatte.

Tatsächlich waren die beiden 22 und 21 Jahre alten Angeklagten im Sommer vergangenen Jahres auf dem absteigenden Ast: Zuhause ‘rausgeflogen, arbeitslos oder in wechselnden schlecht bezahlten Jobs beschäftigt.

Diebstahl aus Kaffeekassen

Da entsann sich der Ältere des örtlichen Schlachthofs, in dem er mal kurzzeitig als Azubi tätig war. Zweimal stieg er problemlos solo ein und stahl aus Kaffeekassen 280 beziehungsweise 150 Euro. Als dieser Weg versperrt war, verschaffte sich der 22-Jährige über die Dächer Zugang zu einem Klofenster, stieg ein drittes Mal ein, fand aber nichts Stehlenswertes.

Die Einbrüche vier und fünf begingen beide Männer dann gemeinsam – und mit einer Brechstange profimäßig ausgerüstet.

Diesmal plagte sie auch der Hunger, so dass sie neben Bargeld und einem Computer vor allem Fleisch- und Wurstwaren mitgehen ließen. Der Wert der Beute summierte sich in diesen beiden Fällen auf 1700 Euro.

Mangels funktionierendem Kühlschrank war allerdings schneller Verzehr angesagt: So wurden die Nachbarn flugs zum gemeinsamen Grillen eingeladen.

Doch mittlerweile hat es beiden Angeklagten gedämmert, dass sie sich durch solche Eskapaden die Zukunft verbauen. „Das hätte nicht passieren sollen,“ sagte der Ältere gestern vor Gericht und sein Komplize stimmte zu. Immerhin: Beide waren uneingeschränkt geständig. Auch einen Entschuldigungsbrief hat der Ex-Azubi an seinen früheren Arbeitgeber geschrieben.

Dass sich die beiden Hersfelder glaubhaft um Besserung bemühen, drückte sich sowohl im Strafantrag von Oberamtsanwältin Brigit Steinmüller wie im Urteil von Richter Schnelle aus. Ein Jahr auf Bewährung für den 22-Jährigen, neun Monate für den Jüngeren. Bei diesem wurde eine frühere Verurteilung durch den Jugendrichter einbezogen. Beide Angeklagte müssen 100 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Von Karl Schönholtz

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