Großer Andrang beim Tag der offenen Tür in der Bad Hersfelder Freiwilligen Feuerwehr

Ganz nah dran am Einsatz

Interessant für alle: Da es kaum etwas „Aufregenderes“ gibt als einen Feuerwehreinsatz, nutzten viele Väter am Sonntag den „Tag der offenen Tür“ in der Knottengasse, um sich zusammen mit ihrem Nachwuchs anzuschauen, mit welchen Fahrzeugen die Bad Hersfelder Feuerwehr „unterwegs“ ist und wie sie ausgestattet sind. Dabei hatte Hannes Apel auf Papa Michaels Schulter (rechts) den besten Überblick. Aber auch die beiden Lukasse auf Papa Ulrich Jakobs und Papa Martin Hillebrands Arm sowie Jonas auf Papa Alexander Schwermas Arm (von links) dürften alles mitbekommen haben. Foto: Apel

Bad Hersfeld. Kurz vor halb eins ertönt ein Martinshorn. Ein Rot-Kreuz-Fahrzeug kommt angebraust, dahinter ein mit neun Leuten besetztes Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr. Beherzt machen beide Halt auf dem von zahlreichen Menschen bevölkerten Parkplatz hinter dem Schlauchturm in der Knottengasse.

Eine der wichtigsten, nach wie vor auf ehrenamtlicher Basis arbeitenden Institutionen der Kreisstadt hat zum alljährlichen „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Jede Menge Papis sind unterwegs mit kleinen Jungs, die Feuerwehrmann werden wollen.

Spannend für Jung und Alt

Aber auch junge Mädchen, die sich bei Christina Chaitidou, Josefine Gabriel, Anna Schultz und Patrice Sarah Zimmermann informieren, was in der Jugendfeuerwehr abgeht. Und sogar Bewohner der benachbarten Seniorenwohnanlage der Diakonie sind gekommen. Die 81 Jahre junge Rita Leuchtmann etwa, die sonst immer nur von Ferne bei den Übungen zuschaut, heute aber mal ganz nahe dran sein will.

Wehrführer Jürgen Richter erläutert, wie der klassische Übungseinsatz, bei dem eine bei einem Alleinunfall im Auto eingeklemmte Person „bei vitaler Bedrohung per Crash-Rettung“ beziehungsweise „patientengerecht“ befreit wird, abläuft. Was alles zum Einsatz kommt, wie Spreizer, Rettungsschere und -zylinder funktionieren, wie eine Öffnung für den Notarzt geschaffen und wie das Unfallopfer herausgeholt wird.

Der eine oder andere staunt, dass die Rettungsschere mit unter hohem Druck stehenden Hydrauliköl betrieben wird, und dass es gar nicht so einfach ist, eine Tür oder ein Dach zu entfernen. Aber Gruppenführer Björn Dietz, einer von etwa 120 Freiwilligen, die bei insgesamt rund 300 Einsätzen pro Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken, hat alles im Griff: Der Patient wird nach knapp 30 Minuten „achsengerecht“ auf ein Brett gezogen.

Nebenan erläutert kurz darauf André Oldenburg, wie man sich bei einer Fettexplosion in der Küche verhalten sollte. Natürlich mit spektakulärer Vorführung, bei der überdeutlich erkennbar ist, dass Wasser niemals zum Einsatz kommen sollte.

Der sechsjährige Max Dörfer, der mit seinen Eltern Kerstin Dörfer und Ronny Große und mit seiner dreijährigen Schwester Maria gekommen ist, passt ganz genau auf. Ob er mal Feuerwehrmann werden will, weiß er noch nicht. Aber dass er gerade einen Cola-Kisten-Turm bauen und dabei zu seiner Sicherheit an einem an der großen Drehleiter montierten Seil hängen durfte, hat ihm großen Spaß gemacht. Ähnliches gilt für die Kinder, die sich mit einem echten Strahlrohr an der Feuerbekämpfung der „Mückenstürmer“ beteiligen durften.

Hier und da sind Informationsstände aufgebaut, die Tauchergruppe demonstriert, wie man per Tauchertelefon unter Wasser telefonieren kann, und da die Sonne mitspielt, kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Am Ende des Tages ist Wehrführer Jürgen Richter sehr zufrieden mit dem Besuch der „Herrschfeller“: Insbesondere die Vorführungen sind gut angekommen.

Von Wilfried Apel

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