Freizeitbetriebe wollen mitmachen, die Hoteliers im Kreis nicht

Gästekarte Nordhessen noch ein Ladenhüter

Hersfeld-Rotenburg. Die Gästekarte Grimmheimat Nordhessen sollte den Kreis Hersfeld-Rotenburg ab 2013 für Touristen attraktiver machen. Und als die Karte Ende Januar vorgestellt wurde, waren die ersten Reaktionen positiv. Doch das Projekt scheint vor allem die örtlichen Hoteliers bisher nicht zu überzeugen.

Noch haben sich jedenfalls nicht genug Partner für die Einführung der Gästekarte gefunden, vor allem die Gastgeber seien zurückhaltend, berichtet Ute Schulte, Leiterin Tourismus bei der Regionalmanagement Nordhessen GmbH. Während bislang rund 50 Freizeiteinrichtungen Interesse angemeldet hätten, seien es gerade mal gut 30 Gastgeber. Die Frist, bis zu der mindestens 150 Beherbungsbetriebe und 75 Freizeiteinrichtungen in Nordhessen ihre Teilnahme zusagen müssten, ist deshalb bis zum 30. April verlängert worden.

Auch die Hoteliers Markus Göbel und Achim Kniese wollen sich nicht als Partner beteiligen. „Grundsätzlich finde ich die Idee gut“, so Göbel. Eine feste Partnerschaft aber rechne sich angesichts der Häuserstruktur mit vorwiegend Tagungsgästen und Kurzreisenden nicht. Zudem gebe es in der Region Hersfeld-Rotenburg nicht genug interessante Nutzungs-Möglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel etwa würden beispielsweise am Standort Friedewald ohnehin nicht genutzt. Ähnlich äußert sich Achim Kniese: „Wir sehen das Ganze kritisch, Nordhessen ist keine Touristenregion, für das Waldecker Land oder den Bereich Edersee mag eine solche Karte interessant sein, für Hersfeld-Rotenburg weniger. Unsere Gäste sind zu 90 Prozent Geschäftsleute.“

Bad Hersfelds Kurdirektor und Wortreich-Geschäftsführer Christian Mayer hält die Gästekarte weiter für „eine tolle Sache“. „Wir beteiligen uns gerne daran. Ich begrüße das als Kurdirektor und Geschäftsführer des Wortreichs.“ Kerstin Schulz, Leiterin des Verkehrs- und Kulturamts Rotenburg, findet die Idee prinzipiell auch gut, zumal gerade Rotenburg viele Touristen beherbergt. Zum tage, Seite 2

Von Nadine Maaz

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