Biomassetag des Witzenhausen-Instituts findet erstmals in Bad Hersfeld statt

Gärend in die Zukunft

Herzlich willkommen zur Premiere in der Stadthalle: Am Tagungsbüro des privaten Witzenhauseninstituts haben sich Gastgeber Thomas Raussen (links), seine Mitarbeiterin Ute Müller (vorne) sowie Klaus Wagner vom Biogas-Kompetenzzentrum im Schloss Eichhof und Dr.-Ing Peter Krautkremer (rechts) vom Fraunhofer-Institut getroffen . Er ist Bereichsleiter für Bioenergie-Systemtechnik. Foto: Kurt Hornickel

Bad Hersfeld. Noch bis zum Freitag ist Bad Hersfeld Gastgeber des fünften Biomassetages.

Von Vorträgen in der Bad Hersfelder Stadthalle über die neuen Möglichkeiten, die der Atomausstieg und das Energie-Einspeisungsgesetz den Produzenten und Verwertern von Biomasse eröffnen, bis zum praktischen Teil der Abfallvergärung im Forschungszentrum Eichhof reicht das Programm der dreitägigen Veranstaltung.

Interessenten aus Tschechien

Die Informationstauschbörse, zu der rund 250 Teilnehmer aus ganz Deutschland, aber auch Interessenten aus Tschechien angereist sind, wurde gestern Morgen von Professor Dr. Jochen Schmid aus Kassel eröffnet. Schmid vom Fraunhofer Institut IWES ist seit dem vergangenen Jahr Partner des Eichhofes. Der Bereich des Landwirtschaftszentrums, der sich schon seit Jahren mit nachwachsenden Rohstoffen und der Vergärung von Gülle und Pflanzenabfällen befasst, hat sich durch die Allianz mit dem Fraunhofer Institut zum Hessischen Biogas-Forschungszentrum gemausert.

Durch die ersten Biomasse-Tage in Bad Hersfeld gewinnt der Eichhof an weiterem Ansehen. Bisher organisierte das Witzenhauseninstitut die Biomassetage an ihrem Firmensitz.

Mit Blick auf die Zahl der Gäste und die Nähe zum Biogasforschungszentrum fand die Fachtagung erstmals in Bad Hersfeld statt. „Und nebenbei machen wir auch noch Werbung für das wortreich“, sagte Klaus Wagner, der Fachgebietsleiter für nachwachsende Rohstoffe und den Bereich Bioenergie. Die Tagungsteilnehmer ließen sich am ersten Abend von Bürgermeister Fehling persönlich durch die Wissens- und Erlebniswelt führen.

Wie Wagner erklärte, verbessern sich die Rahmenbedingungen für die energetische Nutzung von Bioabfall in all seinen Arten zusehends. Die Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, des Energieeinspeisungsgesetzes und der Bioabfallverordnung eröffnen der Vergärung und Verstromung ständig neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Das spiegelt auch die Bandbreite der Fachleute wieder, die in Bad Hersfeld zuhören oder Erfahrungen austauschen. Mit dabei war unter anderem Georg Körner, der Geschäftsführer des Abfallwirtschaftszweckverbandes im Kreis Hersfeld-Rotenburg, der sich darüber informieren wollte, ob man aus den Pflanzenabfällen der Waldhessen nicht mehr machen kann als nur Kompost. Körner tat das, weil die Neuvergabe der Biomüll-Entsorgung im Landkreis ansteht. Ein Kollege aus Bad Kissingen war gekommen, weil dort Laub, Blätter und Gras bis jetzt noch gehäckselt und von Landwirten auf den Feldern verstreut werden. Das hat der Gesetzgeber jetzt verboten.

Das erklärt die hohe Zahl von Tagungsteilnehmern, die im Dienst der Kommunen stehen. Gekommen war aber auch ein Garten- und Landschaftsgärtner aus der Lutherstadt Wittenberg, der Bäume, Hecken und Gras an ein Biomasse Kraftwerk liefert. Ihn interessierten Wege, den Grünabfall selbst in bare Münze umzuwandeln.

Von Kurt Hornickel

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