Mitreißendes Abschlusskonzert der 64. Bad Hersfelder Festspiele mit Gästen aus China

Gänsehaut in der Ruine

Ein umjubeltes Abschlusskonzert der 64. Bad Hersfelder Festspiele präsentierten der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg (hier mit chinesischer Solistin), das Blechbläser-Ensemble von MSO und GSO und der Konrad-Duden-Schule, beide unter der Leitung von Ulli Meiß, und die Tanzgruppe „Love of Spring“ aus Hefei in China. Fotos: Herko

Bad Hersfeld. Die Gänsehaut, die am Samstagabend vielen Besuchern des Abschlusskonzerts der 64. Bad Hersfelder Festspiele in der Stiftsruine immer wieder über den Rücken lief, kam nicht von der Kälte, obwohl es durchaus herbstlich frisch war.

 Ulli Meiß und seinen 88 Chorsängerinnen und Sängern, 30 Bläsern und beeindruckenden Solisten ist es ein weiteres Mal gelungen, ein musikalisches Programm zu gestalten, das unterhaltsam war und komisch, gefühlvoll und mitreißend, das mitunter zu Tränen rührte und zum Lachen reizte. Gänsehaut eben. Der jubelnde Beifall des Publikums in der zweimal ausverkauften Stiftsruine, das mit Johlen, Pfiffen und Fußgetrappel für ein großartiges Erlebnis dankte und sich auch gerne aus den warmen Decken schälte, um im Stehen zu applaudieren, machte den Mitwirkenden deutlich, dass es sich gelohnt hat, für dieses Konzert die Ferien zu unterbrechen. Mit ihrem Gesang und ihrem Instrumentalspiel zeigen die Jugendlichen, verstärkt durch Lehrkräfte und Profis, einen frischen, unverkrampften Zugang zur Musik.

Polka und Pop

Und so präsentierten sie eine bunte Mischung aus traditionellen Volksliedern und klassischer Musik, Polka und Marsch, Rock- und Popsongs, immer mit ganz eigener Gestaltung und oft mit herausragenden Solisten. Dabei glänzen nicht nur Profis wie die Trompeter Björn Diehl und Jürgen Sprenger, die Geigerin Anastasia Boksgorn oder die Sängerin Tatjana Beyer, sondern auch die Jugendlichen selbst, unter anderem Karen Eidam, Jaqueline Hartwig, Maria Linß, Jan Braun, Matheus Drzewiecki, Martin Geller, Felix Heiderich, Sven Heidler oder Leonie Dick.

Gemischte Formation

Doch eigentlich waren bei diesem Konzert alle Solisten. Der Chor trat nämlich erstmals in gemischter Formation auf und nicht nach Stimmen geordnet. Das bedeutet, dass jeder einzelne seine Stimme alleine singen muss und nicht einfach in der Gruppe mitsingen kann. Eine große Herausforderung, die der Chor bravourös meisterte.

Ganz besonders war das Konzert aber nicht nur, weil es mitten in den Ferien stattfand, sondern auch, weil es von weit gereisten Gäste bereichert wurde. Der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg war im vergangenen Herbst zu Gast an der Hefei Foreign Language School in China und freute sich jetzt über den Gegenbesuch aus dem fernen Osten. Trotz zahlreicher bürokratischer und organisatorischer Schwierigkeiten war die neu formierte Tanzgruppe „Love of Spring“ aus Hefei nach Bad Hersfeld gekommen und zeigte klassische und chinesische Tänze unter dem Motto „The Wind from China“. Chinesisch ging es auch weiter, denn für seine Reise nach China hatte der Chor extra ein Lied in der fremden Sprache eingeübt. Diesmal gab es Unterstützung einer Solistin aus Hefei.

Natürlich durften Musiker und Sänger nicht ohne Zugaben von der Bühne gehen. Beim Schlusslied „We Are the World“ gab’s wieder Gänsehaut.

Weitere Fotos vom Konzert in der Stiftsruine finden Sie im Internet unter www.hersfelder-zeitung.de.

Von Christine Zacharias

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