Arbeitnehmer in der Region dürfen auf Nachsicht setzen

Fußball im Büro: Viele Chefs lassen es heute zu

Bad Hersfeld. Heute Mittag nimmt der WM-Spielplan keine Rücksicht auf Arbeitnehmer. Wenn um 13.30 Uhr die Begegnung Deutschland gegen Serbien angepfiffen wird, müssen viele Menschen dennoch arbeiten. Patienten müssen weiter versorgt, Solarzellen verschraubt und Büroarbeiten erledigt werden.

Wer Fußball am Arbeitsplatz sehen möchte, muss sich mit seinem Arbeitgeber absprechen. Alles andere würde eine Abmahnung rechtfertigen, sagt Norbert Bätz von der Kanzlei Scheuermann und Schraad in Bad Hersfeld. In den Unternehmen der Region wird das Thema unterschiedlich gehandhabt: Am besten haben es die Mitarbeiter der Bad Hersfelder TLT Turbo GmbH. Bei den Ventilatorenbauern am Weinberg fällt mittags der Hammer. Im Schulungszentrum wird der Beamer angestellt und beim Sommerfest kann die ganze Belegschaft zusammen mit den Chefs die zweite WM-Begegnung des deutschen Teams verfolgen.

Aus dem Schneider sind die Arbeiter der Bad Hersfelder Stadtwerke. Für die Arbeiter ist freitags ohnehin um 13 Uhr Schluss, ebenso für die Angestellten des Landratsamts. Die Mitarbeiter der Verwaltung fangen eine halbe Stunde früher an und haben dann ab 13 Uhr frei zum Fußballschauen. Bei Drude Logistik wird im Sozialraum ein Fernseher aufgebaut. Die Logistiker in der Verwaltung dürfen am Laptop schauen – ausnahmsweise, so Chef Klaus Horn. Eine Leinwand in der Kantine hängen die Rotenburger Metallwerke auf. Pech haben hingegen die Mitarbeiter der Alheimer Solarfirma Kirchner. „Wir haben so viele Aufträge, da müssen unsere Monteure auch Freitagmittag ran“, sagt Angela Gülhan aus der Geschäftsführung.

„Unangemessen“ sei das Fußballschauen im Gesundheitswesen, sagt Martin Ködding, Geschäftsführer des Klinikums Bad Hersfeld. Da laufen die Fernseher nur bei den Patienten.  Hintergrund / Zum tage

Von Kurt Hornickel und Philipp David Pries

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