Das Trio „cultur’elles“ begeisterte das Publikum bei seinem Konzert im Bach-Haus

Funkelnde Kammermusik

Begeisterten ihr Publikum: Andra Talmaciu (Flöte), Camille Levecque (Harfe) und Silke Augustinski (Oboe) gaben ein Kammermusikkonzert im Bad Hersfelder Bach-Haus. Foto: Rothe

Bad Hersfeld. Schöner als bei einem Kammermusikkonzert im Bach-Haus hätte man den verregneten Sonntagnachmittag kaum verbringen können: Das Trio „cultur’elles“ präsentierte dort ein einstündiges, vier Jahrhunderte umspannendes Programm.

Die drei Diplom-Musikerinnen Silke Augustinski (Oboe), Camille Levecque (Harfe) und Andra Talmaciu (Flöte) begannen ihre musikalische Reise mit der Trisonate in c-Moll von Georg Philip Telemann, in der Originalbesetzung geschrieben für Oboe, Blockflöte und Basso continuo. In diesem Fall fungierte nun die Harfe als Continuo-Instrument. Sie war in dieser Funktion bereits in der Barockzeit beliebt und hat, verglichen mit dem Cembalo, weitaus differenziertere Möglichkeiten des Anschlags sowie ein transparentes Klangbild.

Camille Levecque begleitete dezent, und so konnten Flöte und Oboe mit farbenreicher Artikulation und ausdrucksstarker Phrasierung vor allem in den schnellen Sätzen die Feinheiten dieser Musik hervortreten lassen.

Entführung nach Spanien

Zu zarten und sanften Klängen von Flöte und Harfe gesellte sich im Entre’acte aus Bizets Oper „Carmen“ Silke Augustinskis Englischhorn. Der Name des Instruments täuscht: Es ist kein Horn, sondern eine Altoboe.

Die „Habanera“ von Maurice Ravel, dargeboten von Andra Talmaciu und Camille Levecque, entführte das Publikum nach Spanien. Der Habanera-Rhythmus wurde durch die Harfe hörbar gemacht und von Andra Talmaciu auf der Flöte interpretiert.

Anschließend musizierten Silke Augustinski und Camille Levecque die von dem Ende des 19. Jahrhunderts in Italien wirkenden Oboisten Antonio Pasculli komponierte „Omaggio a Bellini“ für Englischhorn und Harfe. Pascullis Duo ist als Fantasie über Opernthemen von Vincenzo Bellini entsprechend virtuos. Doch Silke Augustinski wurde den Anforderungen voll gerecht, agierte mit großer Brillanz und brachte das unvergleichlich dunkel-ausdrucksvolle Timbre des Instruments wirkungsvoll zum Klingen.

Perfektes Zusammenspiel

Eines der wenigen für die Besetzung Oboe, Flöte und Harfe geschriebenen Stücke ist Walter Dahlhoffs launischer Walzer „Pan und Nymphe“. Auch hier begeisterte das Trio durch sein perfektes Zusammenspiel. Nach dem „Blumenduett“ aus der Oper „Lakmé“ von Léo Delibes endete der Kammermusiknachmittag mit der „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“, beides nach Bearbeitungen von Camille Levecque. Flöte und Oboe entfalteten im Zusammenspiel einen anrührenden Klang, der das Publikum sichtlich begeisterte.

Das Trio wurde mit Applaus für seine Leistung belohnt, und eine Zugabe durfte nicht fehlen.

Von Eva Naumann

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