250 Dinge, die wir an der Region mögen (177): Bald wieder Pilze sammeln in den Wäldern des Haunetals

Fundstellen werden grundsätzlich nicht verraten

Ein bisschen auskennen muss man sich schon, damit der Pilzgenuss keine bösen Folgen hat. Foto: Jeuthner

Haunetal. Während alle Welt sich über den Jahrhundertsommer gefreut hat, wurden die Aussichten für Pilzsammler immer trüber. Die hohen Temperaturen ließen Waldböden völlig austrocknen und auch den Baumbestand leiden; die Hoffnung auf eine Mahlzeit aus den leckeren Waldfrüchten schrumpfte dabei zunehmend.

Nun hat sich das Blatt gewendet. Seit Tagen regnet es fast ununterbrochen und es fehlt nur noch ein bisschen Wärme, dann kann man sie – wie in den vergangenen Jahren – auch in Haunetals Wäldern wieder finden, die wunderbar pfeffrig duftenden gelben Pfifferlinge; Steinpilze, die sich auch sehr gut zum Trocknen und Einfrieren für den Wintervorrat eignen; Rot- und Braunkappen für Pilzsuppen und Edel-Reizker, die – mit magerem Speck gebraten – die kulinarische Verführung schlechthin sind. Und dazwischen als Farbtupfer rote Fliegenpilze, die freilich nur hübsch aussehen, essen sollte man sie besser nicht.

Nicht zu viel essen

Davon ganz abgesehen: Pilze sollte wirklich nur sammeln, wer sich damit auskennt, denn die Zahl der ungenießbaren oder gar tödlich giftigen ist nicht unerheblich. Dann lieber an einer der geführten Pilzwanderungen teilnehmen, wie sie immer wieder angeboten werden. Allerdings sollte sich der Verzehr von Pilzen auf die übliche Menge beschränken, denn seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sind sie immer noch belastet.

Trifft man nun einen Sammler und fragt ihn, wo sie denn zu finden sind, diese Pilze, zuckt der mit den Schultern und antwortet mit einem Augenzwinkern: „Im Wald natürlich…“. Denn Fundstellen werden grundsätzlich nicht verraten…

Von Elfriede Jeuthner

Kommentare